Merchandising, Sidestep-Action, die Sponsoren und die Emotionen:

Marketing-Check Formel1 in Shanghai

München/Shanghai – Kriegt sie die Kurve, die Formel1? Kommt das Comeback zum Bestseller? Spannende Fragen, die in Europas Marketing-Chefetagen immer häufiger mit Nein beantwortet wurden. Die Märkte für die Vollgas-Branche schwächeln. Sinkendes Interesse, fallende TV-Quoten, gerade im deutschen Schlüsselmarkt. Viele German Sponsoren sind raus. Zu langweilig, zu teuer, zu leise. Dann musste auch noch Bernie Ecclestone, der Createur der Köngisklasse, seinen XXL-Kommando-Bus verlassen. Entlassen von den neuen US-Besitzern. Also, was ist aktuell Sache in der neuen Formel1-Saison? headline1.de hat ein Testteam vor Ort geschickt, nach Shanghai. Getarnt als Touris. Der ultimative Marketing-Check, live aus China, dem zweiten von bisher drei Rennen.

• Die headline1.de-Tester Wolfgang (1. Reihe li.) und Thomas (1. Reihe re.) auf dem Circuit von Shanghai. Zur Tarnung hatten sich die beiden mit einer anderen Touri-Gruppe zusammengeschlossen. Neben der bayerischen Fahne präsentiert unser Test-Team auf dem Bild topcoole Spiegelbrills von Heineken. Eine Merchandising-Aktion des Formel1-Sponsors. Für 8 gekaufte Dosen Bier gab´s die Brille in einer signiertem Box. Etwa 25.000 Chinesen hatten die F1-Brills auf.
• Start frei ohne die Allianz! Der deutsche Versicherer ist raus. Den markanten Werbe-Streifen in Allianz-Blau gibt´s nicht mehr. Jetzt ist die über 100 Meter lange Linie rot (Foto). Darauf stehen die Namen der Rennfahrer in Höhe der jeweiligen Boxen. Einzig der deutsche Logistikkonzern DHL ist beim Rennstart groß im Bild. Der Konzern präsentiert sich als Dauersponsor über den Boxen (Foto oben) und hat für alle Formel1-Rennen Bandenpakete gebucht.
• Alles aus einer Hand: Beim Merchandising-Verkauf gab es in Shanghai keine Trennung. Ein Ferrari-Rennoverall kostete 1590,. RMB (ca. 220,- €), das Red-Bull-Polo 1290,- RMB (ca. 180,- €) und ein T-Shirt von Ferrari 600,- RMB (ca. 83,- €). Unser Tester und Finanzexperte Wolfgang rechnete hier mit einem Kurs von 1:7,3. Auf Redaktionskosten wurde nix gekauft, kostete doch der Eintritt für 2 Tage jeweils 1660,- RMB (ca. 230,- €).
• Noch eine Attraktion am Circuit: Im 2017 Shanghai Auto Culture Festival präsentierten sich die chinesischen Nachbarprovinzen mit technischen und kulinarischen Spezialitäten. Tester Thomas (Foto unten) mörserte zum Beispiel seltene Teeblätter und trägt sie bis heute in der Hosentasche, als Duft- und Glücksbringer.


• headline1-Tester Thomas ganz stolz beim Zerkleinern von Teeblättern.
• McLaren präsentierte in Shanghai den Flügeltürer 570S (570 PS stark, ca. 270.000,- € teuer).
• Ab hier muss elektronisch eine gültige FIA-F1-Akkreditierung vorgewiesen werden.
• XXL-Auftritt des Mega-Brauers Heineken: Die Holländer ( u.a. mit Anheuser-Bush, Paulaner und Kulmbacher) waren für das 2. Rennen der Saison Titelsponsor. Der Konzern steht für 20,5 Mrd € Umsatz. headline1.de hat nicht so viel. Burda auch nicht.
• Vettel gegen Hamilton: Spannende Formel1. RTL meldete für Shanghai 3,7 Mio Zuschauer, für Bahrain 5,8 Mio. Auch ORF1 überträgt. Aber da schalten viele zu RTL. Die Ösi-Reporter lachen zu viel über die eigenen Witze.
• Auch das ist einzigartig bei der Formel1 in Shanghai: Die Fans bilden trotz Regens lange Schlangen, um ein Autogramm von einem Fahrer zu erhalten. Was sie nicht wissen: Wer in der jeweiligen Box sitzt. Denn dort müssen auch Piloten von den Nebenrennen antreten (Porsche-Cup, etc.). Macht nix. Autogramm mit westlichen Schriftzeichen ist cool.
• CRM weltweit exklusiv: Überall am Kurs stellen die Sponsoren kostenlos Tattoo-Maler, die den Fans verschiedene Signets aufpinseln. Besonders beliebt bei den Girls: die Zielflagge in Kombi mit der Ferrari (chin.: Falali)-Fahne. Unser Tester Wolfgang (re.) hat sich für die Doppel-Zielflagge auf linkem Handrücken entschieden. Drüber, aber das ist ja bekannt, die Schriftzeichen DE GUO, heißt Deutschland.
• Exklusiver und doch leicht arschkalter Marketing-Check in Höhe der Startlinie: Tester Wolfgang (immer noch mit Heineken-Brills) auf der Haupttribüne des Grand Prix von China. Unser Mann arbeitet seit 15 Monaten in Shanghai und spricht chinesisch. Jawoll, das war Einstellungskriterium bei headline1.de. In diesem Sinne Hop Sing und Hokatoo.

 

 

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