Deutschlands 1. abgeschlossener Fotoroman zur Formel Elektro

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Zürich/München – Die Formel1 hat immer noch Power: 5,71 Millionen guckten auf RTL den Grand Prix von Kanada. Nur zwei Stunden vor der F1 startete in Zürich die F-E – die Formel Elektro. 150.000 Zuschauer, also rechnerisch fast die Hälfte der Zürcher, kamen in den Renncampus. Das Schweizer Fernsehen übertrug. Bei Eurosport lief der „Kampf der Batterien“  tagelang in Wiederholungen. Nur: Die TV-Reichweite der Benziner bleibt unerreichbar. Noch. Aber warum drängen immer mehr Marken in die Formel E? Was ist so toll am aufpufffreien Wettkampf? Deutschlands erster abgeschlossener Fotoroman bringt Licht ins Dunkel.

 


Die Show-Bühne: Bei der Formel1 längst gestrichen, bei der Formel Elektro mit Megaprogramm zum Nulltarif.

Das Key Visual: Früher waren die F1-Plakate Sammlerstücke. Heute lieblos & kostengünstig. Die neue Racing-Plakatkunst kommt aus der Formel E. Dynamisches Kulissen-Painting der jeweiligen Rennorte, wie hier das Zürich-Motiv.

Die Boxenstraße I: Eng, überschaubar und offen für alle Ticketinhaber. Fahrer, Teamchefs, Sponsoren-CEO – alle mittendrin. Ohrenstöpsel nicht notwendig, nur Pressluftschrauber stören die E-dylle. Sofort wieder abbaubar: die Holzboxen mit dem Vip-Bereich obendrauf. Kein Stahl, kein Beton, den Umweltfreund freut´s.

Quick & praktisch: Gegenüber den Boxen sind die gelben DHL-Behälter zum Abtransport. Spart Wege und Energie.

Tolle Karosserien, wie früher bei der Formel1. Aber statt Multi-Elektronik gibt´s bei der Formel E einfache Pappschilder zur News-Übermittlung.

Die Boxenstraße II: Die Elektro-Autos müssen über Kopfsteinpflaster. 1x anfassen kostet nix. In der Formel1 undenkbar, mit Ausnahme Monte Carlo.

Promi-Faktor: Nach Zürich kamen diverse Bunte-Promis (u.a. Naomi Campbell). Viel interessanter aber war die Anzahl der Werbe- und Agentur-Chefs. Wir zeigen Agentur- Director Karsten Bentlage (Lagardére). Der Münchner Agentur-Chefpilot Armin Gastl (Outright) war auch da, wie Christian Baertschi von Serviceplan. Heißt: die Sponsoring-Szene ist heiß auf die F-E – und verlässt die Formel1.

Die Streckenführung in Zürich: Es ging mitten durch die Stadt, genauer gesagt durch das Banken- und Versicherungsviertel. Ein Stadtkurs hat viele Vorteile gegenüber einem Formel1-Outback-Ring (Abgase, Abzocke, verwüstete Natur, Trunkenbolde, etc.). Der Kurs in Zürich ist trotzdem langweilig (2 XXL-Geraden, ein paar Kurven). Dazu kommt: kein Adrenalin wg. fehlendem Donnersound. Und die 150.000 Zuschauer? Sie kommen, weil sie neugierig sind auf Elektromobilität. Sie pilgern durch das E-Village (auf dem Plan die bunten Flächen). Hier zeigen die großen Auto- und Elektronikmarken ihre neuesten Modelle. Der Vati darf sich mal reinsetzen, die Mutti macht das Foto. Viel Action, viele Aktionen, viele Infos. Die Kids sammeln Fähnchen und Luftballons. Es gibt Würstl oder irgendwas mit Bio – und die Leute sind happy! Nannte man früher: Eventbasierter Aufbau einer Kundenbeziehung.

Titelsponsor ABB: Sorgte für Aufsehen mit einem Holzturmgebäude, das sich quer über die Rennstrecke spannte. Eine biologisch einwandfreie Konstruktion. Vorm Start spendierte das Unternehmen der Stadt Zürich 30 Schnellladestationen

ABB im E-Village: Gezeigt wurde ein E-Boot, das ideal wäre für James Bond. Der Flitzer, der auch live auf dem See zu sehen war, hebt sich bei höherer Geschwindigkeit aus dem Wasser und gleitet dann nur auf zwei Finnen.

BMW zischte vor dem Start mit den Ehrengästen über die Piste – lautlos.

Mercedes präsentierte im E-Village seine eq-Modelle. Ab 2019 startet die Marke in der Formel E. Dafür wurde der DTM gekündigt.

Der kleine Microlino war auch in Zürich ein Topstar. Der Elektro-Zweisitzer schafft Tempo 90 und 30 Kilometer. Schon 6.300 Bestellungen (a 12.000,- €).

Auch der kleine Smart setzte sich groß ins Bild. Vom See aus wurde ein Fahrzeug per Schiffsbagger (links) auf eine Badeinsel gehoben. Dann durfte gefeiert werden. Fotograf stand etwas weit weg vom Tatort, kam nicht rein zur Party – sorry.

Nix Oldschool zum 70. Geburtstag: Porsche zeigte im Allianz E-Village neben dem Carrera und neuen E-Modellen auch seine Freude über die Mitfahrgelegenheit in der kommenden FormelE-Saison

Audi holte sich mit Lucas di Grassi in Zürich den Sieg und in der Stadt mit XXL-Plakatauftritt Sympathien.
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