Marketing-Coup im Zillertal: das Lederhos´n-Wedel-Finale

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Stimmung wie auf dem Münchner Oktoberfest. Nur 150 km weiter südlich, auf 2400 Metern Höhe: Wir sind im Zillertaler ArenaStadl, inmitten von tanzenden und schunkelnden Trachtlern. Willkommen beim Lederhos´n-Wedel-Finale in Zell am Ziller.

Chefredakteur Peter Ehm aufm Trachtengipfel: Janker von LodenFrey, Lederhose von Distler, Helm von Smith, Brille von Slokker, Shoes von Burton – alles selbst bezahlt

Bereits zum 12. Mal feierte die Zillertal Arena vom 12. bis 14. April ihr legendäres Finale der Skisaison. Wer in Tracht kam, erhielt die Tageskarte für € 36,-, also zum halben Preis. Eine pfiffige Marketing-Idee, die sich zur Tradition entwickelte. Zumal alle Hütten die Gaudi mitmachen. Mit Live-Musik, Freibier und Showeinlagen.

Keine Fototapete: Trachten-Idyll in der Zillertal Arena

Strahlender Sonnenschein, bester Schnee, zünftige Burschn & Madln: Es sind diese Postkarten-Bilder, die über alle Netzwerke in die Welt gehen, Lust machen auf den nächsten Winter. Nach ersten Ergebnissen, ließen sich allein am Samstag knapp 9.000 Trachtlerinnen von Zell am Ziller nach oben schaukeln.

Plakate, Anzeigen und Video-Wedel-Spots machten auf das Event aufmerksam

„Skifahren ist schon längst kein Selbstläufer mehr“, sagt Sandra Grasl aus dem Marketing der Zillertal Arena. Wer nicht kreativ sei, den bestrafe der Markt. Zum Lederhos´n-Finale sei deshalb lange im Vorlauf das volle Werbeprogramm gelaufen. Mit Flyern, Plakaten, Wedelvideos, sowie Online- und Printauftritten (Agentur Northlight, Innsbruck).

Zum Finale volle Parkplätze in Zell am Ziller

Die Gemeinschaft der Zillertal Arena wurde 2003 gegründet. Es entstand ein Bestseller mit aktuell 1,46 Mio Besuchern pro Jahr, regelmäßig bewertet als eines der „Top10 Skigebieten der Welt“. Für diesen Erfolg investiert das Management pro Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag in Marketing und Infrastruktur.

Guck mal: 4 x Dirndl mit Skischuhen

Die Hauptzielgruppe der Arena sitzt in Süddeutschland und in Tirol. Aber man akquiriert auch mit regionalen Sport-Kooperationen. Die Stuttgarter Handballer kommen regelmäßig ins Trainingslager nach Zell am Ziller. Ebenso die Profifußballer von Werder Bremen. Dafür belegt das Skigebiet Werbebanden im Stadion.

Livemusik & Goaselschnalza: Ein Posit auf 2.400 m am ArenaStadl

Der Erfolg der Zillertal Arena ist das Ergebnis vieler strategischer Einzelaktionen. „77 Prozent unseres Skigebiets liegen auf über 1700 Metern Höhe. Das ist ein Riesenprivileg“, sagt Marketingexpertin Grasl. „Aber wir müssen immer und überall am Ball bleiben.“ So werden zum Beispiel auch die Parkplatzeinweiser auf Freundlichkeit trainiert. Damit das Wohlfühl-Abenteuer schon am Auto beginnt…

Da lacht doch das Herz: Chef Ehm mit seiner liebsten Redaktionskollegin Birgit

Kann ein Karikaturist auch Kinofilm, Herr Böhling?

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Erst gefeuert, nun gefeiert. Peter Böhling, alias Bulo, gelernter Redakteur und leidenschaftlicher Karikaturist, taucht gerade als Co-Produzent eines Kinofilms auf. Wie geht das denn?

Happy & zuversichtlich: Peter Böhling in der Filmkulisse von „Niemandsland“

Karriere? Irgendwie war alles anders geplant. Böhling verdiente erste Meriten als Medien-Redakteur der Zeitschrift wuv. Für das Magazin produzierte er auch den Comic „Herr Scheffe“. Bis zum Cut 2003: Der Redakteur fällt ins Kündigungsprogramm des Süddeutschen Verlags (SV). Immerhin gab´s vor Gericht eine Abfindung.

Herrn Scheffe gab´s sogar als Buch

Mit dem ebenfalls mit SV-Hausverbot versehenen Kollegen Daniel Häuser gründete Peter Böhling das Medien-People-Magazin Clap. 12 Jahre journalistische Lichtblicke aus München. Aber kein Millionen-Objekt.

Klare Linien in 4 Bildern: der Herr Scheffe

Böhling, alias Bulo, wollte mehr. Als Karikaturist und Buchautor widmete er sich den Big Names. Unter seiner spitzen Feder landen u.a. Sandra Maischberger, Jan Böhmermann, Gabor Steingart, Dunja Hayali und Hubert Burda. Kollege Peter Turi lobt ihn als „Schelm unter der Narrenkappe“.

„Film ist irgendwie geiler“

„Print wird mir immer am Herzen liegen“, sagt Peter Böhling, „aber Film ist doch irgendwie geiler.“ Mit Markus von Luttitz gründet er die Gary Glotz GmbH, produziert Musikvideos und Zeichentrick. Nix Spielberg, nix Hollywood, aber neue Perspektiven.

Teamwork: Böhling und Markus von Luttitz

Die erreichen schließlich die Kinosäle. Das Duo Böhling/von Luttitz ist 2024 an der Produktion des Spielfilms „Zweigstelle“ beteiligt. Der Streifen unter der Regie von Julius Grimm ist ein überraschender Newcomer-Erfolg. Premiere im Sommer 2025 beim Münchner Filmfest. Anschließend kommen über 115.000 Kinozuschauer.

Gruppenbild nach letzter Klappe von „Niemandsland“ (v.l.): Yella Yari Fenner (Emerge & See), Böhling (Gary Glotz), Julian Adiputra Witt (Regisseur) und Stefan Elsenbruch (Emerge & See)

Gerade ist der 2. Kinofilm der München Co-Produzenten abgedreht: „Niemandsland“ unter der Hauptproduktion von Emerge & See. Mit Eidin Jalali, Lara Feith und Klaus Steinbacher vielversprechende Jungstars in den Hauptrollen. Es geht um einen Staat, der seine Bürger drangsaliert. Premiere im Herbst.

Spannend, interessant, neu – wie immer, wenn´s „made is by Peter Böhling“.

 

Audi in der Formel1: eine Geisterfahrt?

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„Den Letzten beißen die Hunde.“ Dieses Sprichwort gilt in der Formel1 nicht immer. Wer geschmeidige Headlines liefert und seine Marke strategisch powert, der muss nicht unbedingt aufs Siegerpodest. Ganz weit weg vom Podest ist in diesem Jahr der Newcomer Audi. Nach nur zwei Rennen befürchten Insider: Audi F1 wird zum Geisterfahrer.

F1-Newcomer Audi: Rote Ringe über rotem Seitenkasten

Mit über 820 Mio TV-Fans ist die Formel 1 heute die größte Sportserie der Welt. Immer mehr Big Brands, wie zuletzt Louis Vuitton, American Express und Microsoft fahren deshalb mit. Das bringt Bekanntheit. Noch besser: eine nachhaltige emotionale Verbindung zwischen Marke und Sport. Weltweit.

Seit 2025 als Seriensponsor groß im Bild: Luxuslabel Louis Vuitton

Der deutsche Formel1-Markt leidet noch immer an der Schumi-Depression: Die Serie läuft nur noch im Pay-TV (3-4 x auf RTL), keine Rennen mehr in Hockenheim und auf dem Nürburgring, keine German Siegfahrer. Aber der Rest der Welt guckt fasziniert zu und jubelt z.B. für Mercedes.

Siegermarke Mercedes: Autor Peter Ehm mit F1-Modell 2021

Die Präsentationen der neuen Autos sind in jedem Jahr mediale Großereignisse. Da lassen etablierte Rennställe Sondermaschinen mit Gästen einfliegen. Red Bull produziert eine eigene TV-Show, die mehrfach läuft. Dagegen war die Audi-Präsentation eher „bayerisch“. Dicke Backen, wenig Aufregendes. Über Bild ließ man verlauten: „In zwei Jahren sind wir Weltmeister.“

Start frei in China: Audi-Pilot Nico Hülkenberg mit Paulaner auf dem Helm

Darauf freut sich bestimmt auch der Hauptsponsor des neuen Rennstalls: Revolut. Das ist eine seit 2015 in London ansässige internationale Neobank. Nach eigenen Angaben sehr erfolgreich (weltweit 65 Mio Kunden, 2,1 Mrd € Umsatz in 2023).

Leuchtendes F1-Display zeigt die neue Audi-Partnerschaft an

Was sind die Ziele, die Revolut mit Audis Formel 1 erreichen will? Wie ist die Kommunikations-Strategie? Vorstand Martin Gilbert sagt dazu nichts. Auch Co-Gründer Nikolay Storonsky war nicht erreichbar. Jedenfalls blieb der Fragenkatalog von headline unbeantwortet. Revolut hat übrigens Werbeflächen am Münchner Flughafen gebucht und einige Skilift-Masten in Österreich. Aber bringt das Sport-Spirit in die Marke?

Revolut auf der Piste: Markenklarheit? Fehlanzeige

Nach 2 Rennen ist Audi mit Revolut abgeschlagen. Nur selten im TV-Bild, nur 2 Punkte erreicht. Die Tabelle führt Mercedes mit 98 Punkten. Nach dem Grand Prix von Japan, am 29. März, sind erst mal 5 Wochen Pause. Rennabsagen wegen des Kriegs.

Aktuelle Revolut-Kampagne am Münchner Flughafen. Nix F1

5 Wochen, um die Audi-Batterien und den Rest auf Vordermann zu bringen. Nur eine Marke macht mit Audi/Revolut schon ganz gute Geschäfte. Das ist der Adidas. Man verkauft in den großen Shops das Audi-F1-Merchandising. Gleich daneben: der exklusive Mercedes-F1-Fanshop. Die 3-Streifen-AG hat nämlich beide deutschen Formel1-Teams unter Vertrag (wie berichtet).

Rekordumsatz bei Adidas- mit Deutschlands bescheidenstem CEO

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Es gibt nur 5,5 Millionen Norweger. Aber sie gehören konstant zu den weltbesten im Sport. Jetzt gibt es einen neuen Wikinger auf dem Siegerpodest: Bjørn Gulden, der CEO von Adidas. Mit 24,8 Mrd. € präsentierte er einen neuen Umsatzrekord – cool und ganz ohne Jubelarie.

Ex-Fußballprofi, seit 2023 im Amt: Adidas-Chef Bjørn Gulden

Sein Charme: nordisch. Seine Performance: neutral in schwarz (nur die Socken sind grau). Aber der CEO hat Zahlen von 2025, die grandios und schillernd sind: 24,8 Mrd. Euro Umsatz – Rekord, 13 % Steigerung, Ergebnisverdoppelung auf 2,056 Mrd. €, Gewinn 1,82 Mrd. €. Nordamerika, Europa, China und die Schwellenländer  – überall Zuwächse zwischen 10 und 17 %. In Lateinamerika sogar 22 % plus. 

Lässig: Der Norweger Bjørn Gulden vor der TV-Kamera im Norweger-Pulli

Gulden ist seit Januar 2023 im Amt und überzeugt, dass es weiter aufwärts geht mit Adidas. Die Frauen seien die große neue Zielgruppe des Sportartiklers. Mit Mercedes und neu mit Audi fahre man weltweit mit in der Formel1, habe diverse Show- und Musikstars unter Vertrag (Kampagne Superstar) und rechne allein durch die Fußball-WM mit einem zusätzlichen Umsatz von 1 Mrd. €.

Großauftritt Superstar: Die neue Adidas-Kampagne in der Münchner U-Bahn

Tatsächlich ist Adidas zur kommenden USA/Canada/Mexiko-WM gut gerüstet: 19 Nationalmannschaften werden im 3-Streifen-Design auflaufen. Neben Argentinien, Spanien und Japan auch das deutsche Team. Aber das Turnier ist ein Abschied aus Herzogenaurach. Der DFB spielt in Zukunft in Nike.

„Wir sind ein gutes Team“

Zur Adidas-Hauptversammlung am 7. Mai soll die Dividende pro Aktie um 40 % erhöht werden. Auf 2,80 €. Außerdem soll Springer-Vorstand Mathias Döpfner in den Aufsichtsrat.

Glänzende Augen beim Medaillenspiegel

Der vermutlich für Bjørn Gulden emotionalste Moment der Zahlenpräsentation: Der Medaillenspiegel der vergangenen Winter-Olympiade. Auf Großleinwand, ganz groß. Dort, ganz oben auf Platz 1: Norwegen, Guldens Heimatland. 17 x Gold! Mehr als USA und Deutschland zusammen…

4 Best Brands und 500 Promis

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Elegant, aufregend und überraschend: Die 23. Best Brands Gala der Münchner XXL-Agentur Serviceplan. Auf der Bühne im Bayerischen Hof: die 4 besten Marken des Jahres. Im Auditorium: 500 Promis, alles Personal Brands und selbsternannte „Eigenmarken“, die sich in Position warfen.

4 Siegermarken auf der Bühne (v.l.): Marina Mogus (Adidas), Evelyne de Leersnyder (Coca Cola), Enita Ramaj (Ikea) und Mario Winter (Samsung)

Coca-Cola, Ikea, Adidas und Samsung sind die vier ausgezeichneten Marken des Jahres. Wobei sich das Siegerfoto für diese Saison besonders attraktiv zeigt. Mit Marina Mogus (Adidas), Evelyne de Leersnyder (Coca Cola), Enita Ramaj (Ikea) haben drei Marketing-Ladies die Mehrheit auf der Bühne. Für die Kür hatte sich Mario Winter vom Smart Technology-Sieger Samsung, extra neue Sneakers zugelegt. Aber das stylische Schlängel-Tattoo am rechten Fuß von Ikea-Managerin Ramaj brachte irgendwie mehr Aufmerksamkeit.

Überraschend locker: Ex-Finanzminister Christian Lindner

Ein Star des Abends: Ex-Finanzminister Christian Lindner und seine Keynote zur Resilienz. Aber es ging zunächst um ganz was anderes. Lindner launig: „Ich sehe diesen Beitrag auch als eine Form meiner persönlichen Resozialisierung.“ In freier Rede zündete der aktuelle Autoland AG-Vorstand ein Feuerwerk über Glaubwürdigkeit, Krisen und Chancen. Auf die Frage von Rainer Esser (Aufsichtsrat die Zeit) nach einem Fehler, meinte der Ex-FDP-Chef, er hätte als Finanzminister schon früher zurücktreten können.

Gastgeber und Best Brands-Erfinder: Florian Haller, CEO Serviceplan Group

Die Münchner Best Brands-Gala ist für alle Markenmacher und Marketing-Chefs ein Must. Seit 23 Jahren. Gast- und Ideengeber Florian Haller, CEO von Serviceplan, wurde damit selbst zu einer Best Brand.

Festliche Stimmung im Kuppelsaal des Bayerischen Hofs

Die alljährliche Titelvergabe ist das Ergebnis einer repräsentativen NIQ-Studie, bei der sowohl wirtschaftliche als auch emotionale Erfolge von Marken bewertet werden. Diesmal auf der Shortlist: 40 Marken – von Amazon, Alnatura und Apple, bis North Face, Oral-B und Miele.

Erster großer Auftritt des neuen CEO von Pro7Sat1: Nicola Lussana (r.) mit Serviceplan-Manager Florian von Hornstein

Wer ist neu beim Fest? Wer ist weg? Die Best Brands gleichen einem Klassentreffen der Branche. So nutzte Nicola Lussana, der neue CEO von Pro7Sat1, den Event zum ersten großen Öffentlichkeitsauftritt. Der TV-Manager aus dem Reich von Pier Silvio Berlusconi ist komplett mit der Familie von Italien nach München übersiedelt, nimmt täglich Deutschstunden.

Holten den Titel nach Herzogenaurach: die beiden Adidas-Manager Oliver Brüggen und Marina Mogus

Neu in Gala-München war auch Marina Mogus, die Geschäftsführerin von Adidas-Zentraleuropa. Zur Verstärkung brachte sie PR-Direktor Oliver Brüggen mit. Passend zum Award startete Adidas übrigens die aktuelle Superstar-Kampagne u.a. mit Samuel L. Jackson, Kendall Jenner und Baby Keem.

Gute Freunde: Alex Schill (Serviceplan) und Karsten Kühn (Hornbach)

Bei Roastbeef, Wolfsbarsch und „Rotem Bodenschatz“ (Cuvee Rot, St. Antony, 2022) amüsierten sich Alexander Schill, oberster Kreativ-Chef von Serviceplan und Karsten Kühn, der vielfach ausgezeichnete Markentingvorstand von Hornbach. Trotz Pollenattacken zeigte sich Kühn gesprächs- und konditionsstark.

Allemallachen (v.l.): Rainer Esser (die Zeit) fotografiert sich mit Leon Goretzka (FC Bayern), Tommi Schmitt (Moderator) sowie Weltmeister und Buchautor Christoph Kramer

Fußballweltmeister Christoph Kramer, Fast-Weltmeister Leon Goretzka (musste 2014 aus dem Kader) sowie Moderator Tommi Schmitt sollten auf der Bühne den Sport-Talk des Abends liefern. Aber das war leicht schwerfällig. Im Partygetümmel zeigte sich das Trio spielfreudiger.

Münchner Marken-Macher (v.l.): Wiesn-Gastronom Michael Schottenhamel mit Innegrit Volkharth (Bayerischer Hof) und Ronald Focken (Serviceplan)

Einen Hauch von Schumi-Formel1 brachte Top-Manager Peter Falke in die Best Brands. Der Ehrenpräsident des deutschen Markenverbandes ließ jedem Gast ein paar Premium-Socken schenken – und erinnerte damit an das frühere Formel1-Sponsoring von Falke (bei Williams) mit den dazugehörenden Festivitäten.

Schreiben und wissen fast alles über Medien, Marketing und Agenturen: Bärbel Egli-Unckrich (Campaign) und Rupert Sommer (Meedia)

Michael Graeter, der Unkaputtbar-Kolumnist der AZ war nicht im Saal. Er bereitet sich mental auf einen Sitz im Münchner Stadtrat vor. Dafür stand die Fachjournalie fesch gekleidet an der Bar: Bärbel Egli-Unckrich, Chefredakteurin von Campaign Germany, Rupert Sommer, der Multischreiber von Meedia, Rolf Schröter, seit 5 Jahren Chef bei wuv, Jochen Kalka, Geschäftsführer von Schoesslers und bald wieder Chefredakteur sowie der redaktionelle Comm-Branchen-Aufmischer Peter Turi. Nicht entdeckt: New Business-Verleger Peter Strahlendorf und Horizont-Dirigent Markus Gotta.

Comeback in der Münchner Gala-Szene: Steven Althaus (r., Unternehmensgruppe Grenzebach) mit Florian Resinger (BMW)

NIQ, Seven.One Media, Wirtschaftswoche, Die Zeit, RMS und WallDecaux – die Liste der Best Brands-Sponsoren ist viel länger. Und vielleicht kommt 2027 der internationale Anlagen- und Maschinenbauer Grenzebach dazu. Im Chefsessel der Unternehmensgruppe sitzt dort nämlich Steven Althaus. Der Münchner war und ist ein Marken-Macher. Ex-CEO der deutschen Publicis, dann u.a. BMW, Allianz und Credit Suisse. Nach einem Zwischenspiel als selbständiger Berater jetzt also im Chefsessel. Gerade hat Grenzebach einen 100-Mio-Auftrag in den USA an Land gezogen. Grund genug für ein Gala-Comeback…

Mit ihren Best Brands machen sie München zum großen Treffpunkt der Marketing-Branche: Serviceplan-CEO Florian Haller mit seinem Vater Peter

Die neue Ossi-Zeitung: leider ohne Schneeballschlacht

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Das war ja fast wie früher: Die Menschen stürmten in die Geschäfte – und bekamen nix. Es geht um die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung (OAZ). Drei Tage nach Ersterscheinung sprach der Verlag von „Versorgungsengpässen“, kündigte Nachlieferungen an. 43.000 Exemplare waren verkauft. Hier der Marketing-Check des neuen Print-Titels.

Erste Titelseite der neuen Wochenzeitung

Also rein PR-technisch kann der Berliner Verleger Holger Friedrich stolz sein. Die Konkurrenz sparte nicht an harter Kritik und/oder lobenden Hymnen – und so wurde die Ossi-Zeitung schnell bekannt. Der Einzelverkaufspreis liegt bei schlanken € 3,90, somit günstiger als die Zeit (€7,30) oder die SZ (€ 4,50).

Mit launiger Überschrift präsentierte sich das Autohaus Koch

„Unabhängig. Mutig. Gewaltfrei.“ So der Claim der neuen Wochenzeitung mit Sitz in Dresden. Es sollen Störfeuer gezündet und dem Zeitgeist die Leviten gelesen werden. Aber wie reagierte der Anzeigenmarkt auf solche Parolen?

Gratulierte: OAZ-Anzeigenkunde Gerhart Hauptmann Theater

Eigentlich gut. Immerhin kostet eine Seite Anzeige € 47.530,-, die halbe laut Preisliste € 23.814,-. Insgesamt 8 Seiten Anzeigen wurden zur Premiere verkauft (u.a. Gerhart Hauptmann Theater, Trade Republik, Möbel Höffner, Volvo Koch und der Friedrichstadt-Palast).

Auch dabei in der 1. Ausgabe: der Friedrichstadt-Palast

Bei allem Ernst („Warum ich kein Wessi mehr sein will“) und Selbstbewusstsein („Wir sind das neue Leitmedium aus dem Osten“), ist das Ressort Unterhaltung/Events in der OAZ irgendwie untern Tisch gefallen. Andere Leitmedien betreiben mit Kongressen erfolgreich Markenbildung und Leserbindung. In der Ossi-Zeitung gibt´s nur die üblichen Leserreisen (z.B. 4 Tage Usedom ab € 270,-).

Ein bisschen Spass muss sein

Kein Kongress, keine Kino-Preview, kein Cartoon, nix zum Schmunzeln, keine Überraschung. Und das zum Start. Dabei hätte z.B. der Aufruf zu einer internationalen Schneeballschlacht für großes Echo gesorgt (wie an der Münchner Pinakothek). Oder ein Gesangs-Flashmob mitten in Dresden. Aber auf 56 Seiten war kein Platz für Spaß und Unterhaltung. Kommt vielleicht noch…

Die „Blaue Blume“ aus München gewinnt in Berlin

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Die 76. Berlinale – wieder ein Hochamt des internationalen Filmdramas. Kein Wunder, dass da die Romantik-Initiative des Grünwalder Pay-Senders Romantic TV für positives Aufsehen sorgte. Der Kurzfilmaward die „Blaue Blume“ brachte etwas Sonne in die leicht dunkelgraue  Festivalszene von Berlin.

Stolze Siegerin: Karoline Herfurth

250 Gäste kamen zur Kuschel-Gala ins Frederick´s im Sony-Center. Auf dem Programm: Die von einer Jury gekürten besten Kurzfilme, die das „romantische Genre mit frischen Ideen bereichert haben“. Ein Höhepunkt war die Verleihung des Ehrenpreises an die Schauspielerin Karoline Herfurth für „ihre einfühlsame und visionäre Wirkung auf das romantische Genre“.
„Für mich schließt sich heute ein Kreis“, freute sich die Siegerin. „Ich wurde bereits 2014 für mein Regiedebüt, dem Kurzfilm ´Mittelkleiner Mensch` mit einer Blauen Blume ausgezeichnet.“

Stolz: CEO Tim Werner

Tim Werner, CEO der Mainstream Media, zu der Romance TV gehört, sieht sich in seiner Vision bestätigt. „Wir wollten jungen Talenten und dem romantischen Genre mehr Aufmerksamkeit und eine Bühne geben.“ Das sei gelungen. Vor 15 Jahren war der Romantic-Award erstmals ausgeschrieben.

Die Sieger der „Blauen Blume“ in den Kategorien bester Film, beste Regie und beste schauspielerische Leistung erhielten nicht nur Geldpreise zwischen 7.500,- und 2.500,- Euro, sondern auch einen Sendeplatz im Programm von Romance TV.

In Bild auf Seite 1

Zur Jury gehörten unter anderem Regisseurin Vivian Naefe, Bestsellerautorin Christiane Sadlo, DWDL-Chefredakteur Thomas Lückerath und Eva Pfaudler von der Bavaria Media.  

Tatsächlich hat die „Blaue Blume“ mit ihrem Berliner Event noch größere Bekanntheit erreicht: Die Bildzeitung kürte am nächsten Tag auf Seite 1 den Award aus München-Grünwald zum „Gewinner des Tages“.  

 

Abschied von Peter Gabler

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Lebenskunst ist, wenn man trotzdem lachen kann. Der Münchner Journalist Peter Gabler war so ein Lebenskünstler. Egal was kam, er blieb optimistisch, verbreitete mit Witz und Charme gute Laune. Jetzt ist der Food- und Lifestyle-Journalist in München verstorben.

Locker und lässig mit 70 auf der Harley: Lebenskünstler Peter Gabler

Ich, Peter Ehm, kannte ihn seit über 30 Jahren. Wir waren zusammen bei Bunte. Mit in unserem 3er-Ressort Journale & Lifestyle: Michael Tempel, der spätere Chefredakteur von FHM. Wir produzierten den Aufsehen erregenden Airline-Test „wer hat die hübschesten Stewardessen?“ oder die weltweite Untersuchung „ein Stück Erde für 30.000 Mark“.

Problealarm mit Verwirrung

Es gab aber auch viel zu Lachen. Wir erfanden die „kugelsichere Weste von Franz Zechmann“ und verwirrten die komplette Bunte-Belegschaft mit einer Sprint-Zeiten-Tabelle im Vorfeld eines Probe-Räumungsalarms („Bitte stellen Sie sofort die Trainingsläufe ab. Die sind nicht erlaubt.“).

Die Zigarre gehörte früher dazu

Peter Gabler war für jeden kreativen Scherz zu haben. Nach Bunte und Quick etablierte er sich als anerkannter Autor für die Bereiche Food und Reise. Lässig leben und genießen – das passte genau zu seinem Lifestyle. Kollegin Monika Kellermann: „Durch seine sympathische Art gewann er viele echte Freunde. Bei jeder Journalistenreise, bei jeder Restaurantvorstellung war Peter ein hochwillkommer Gast.“

Das Herz!

Für Peter Gabler war das Leben wichtiger als eine Lebensversicherung. Als die Umsätze zurückgingen, verkaufte er sein Taxi. Auch die Harley wurde versilbert und das Rauchen eingestellt. Was blieb: der regelmäßige Bunte-Veteranen-Treff im Münchner Punto Di Vino. Noch im September fuhren wir nach Franken und besuchten dort den „Aussteiger“ Michael Tempel. Wir hatten eine Riesengaudi. Aber Peter Gabler war angeschlagen. Das Herz.

Selfie mit 3 Bunte-Veteranen (v.l.): Gabler, Tempel, Ehm

In der Folge kam es immer häufiger zu Klinikaufenthalten. Seine Schwester Karin berichtet: „Bis zuletzt hat er Kochbücher gelesen, bestellte bei mir die Zutaten und hat nie geklagt.“

Peter Gabler starb am 24. Januar im Alter von 76 Jahren. Er hinterlässt Ehefrau Vera, zwei Kinder und zwei Enkel. Die Beerdigung ist am 12. Februar in Unterhaching.

 

Sponsoring: die EU spielt exklusiv mit beim Africa Cup

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Blaue Sternenflagge mit dem Claim „Africa and Europe together“ – so flimmert es bis zum 17. Januar über Millionen von Bildschirmen. Absender des Auftritts: die Europäische Union. Ort: Digitalbanden und Werbeflächen beim Africa Cup in Marokko. Die EU spielt also jetzt mit im Profifußball.

Bandenwerbung aus Brüssel beim Africa Cup

Der 35. Cup auf dem afrikanischen Kontinent ist das Warmup zum großen Sportjahr 2026 mit Fußball-WM und Olympiade. 24 Nationalteams spielen in sechs marokkanischen Stadien um den Titel. Das ergibt 52 zum Teil hochkarätige auf jeden Fall farbenfrohe Spiele.

Gut platziert: EU-Logo auf der Trainerbank

Neben dem französischen Hauptsponsor Totalenergies und der EU präsentiert sich auch der deutsche Sportartikler Puma. Für den angeschlagenen Konzern ist der Africa Cup ein Schlüsselspiel mit XXL-Budget. Der Spielball, die Outfits von Schieds- und Linienrichtern sind alle „made by Puma“. Ferner spielen die Teams von  Marokko, der Elfenbeinküste, Senegal und Ägypten im Puma-Dress.

Puma ganz weit vorne – zumindest im Sponsoren-Ranking

In Deutschland wird allerdings die afrikanische Puma-Show wenig Auswirkung haben. Die Meisterschaft läuft nicht im Free-TV. Die Senderchefs setzten lieber auf Quotengaranten wie die 4-Schanzen-Tournee (ARD/ZDF, 4 Mio.) oder die Darts-WM (Sport1, bis zu 3 Mio.). So rollte der Afrika-Ball nur auf den beiden Pay-Sendern Dazn und Scooore.

Gut besuchte, aber nicht immer volle Stadien beim Africa Cup. Die weltweite TV-Reichweite wurde mit 1,4 Milliarden angegeben

Über den ungewöhnlichen EU-Auftritt beim Africa Cup gab es aus Brüssel keine offizielle Stellungnahme. Ebenso keine Antwort auf die Frage, ob die blaue Sternenflagge auch im Sommer bei der Fußball-WM auf den Stadionbanden flattern wird.

Scooore platzierte in den Spielen 1-min-Werbebreaks. Immerhin mit Eigenwerbung

Fest steht: Die Brüsseler Institution geht mit ihren vielen Ressorts immer professioneller in die Öffentlichkeit. So gewann die Kampagne des Europäischen Parlaments zur Europawahl 2024 zahlreiche Kreativpreise in Frankreich und Dänemark (Agentur NoA & Co., Kopenhagen). Höhepunkt war Anfang Dezember in London der Eurobest in der Kategorie „kreative Wirkung“.

180 Millionen € für 5 Jahre

Und es geht offensiv weiter. Zum Jahreswechsel meldete die Europäische Kommission die Vergabe eines 180-Millionen-Kommunikations-Etats. Gewinner: die Münchner XXL-Agentur Serviceplan. Im Verbund mit der Agentur Phrenos soll das Netzwerk um CEO Florian Haller in den kommenden fünf Jahren den Dialog mit den Bürgern verbessern.

Mit dem Sport kann´s dabei viel Applaus geben …

Ab in die Zukunft!

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War das wieder schön: Kerzenschein, Besinnung und überraschenden Geschenke. Weihnachten. Und jetzt wird´s noch schöner. Auf geht´s ins Neue Jahr 2026! Ab in die Zukunft – das darf gefeiert werden. Allen unseren Lesern einen guten Rutsch!

Wir blicken nur kurz zurück ins vergangene Jahr, empfinden Freude und Dankbarkeit. Headline1 war immer am Ball, dank der Unterstützung aus dem Branchennetzwerk.

2026 wird spannend werden. Egal, ob mit oder ohne KI. Ob mit oder ohne positiver Prognose. Jeder Start beinhaltet die Chance zum Sieg. Also, packen wir´s an…

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