Abschiedsgala für Münchner Turbo-Prof Dr. Anton Meyer

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Kann man einen hartgesottenen, international erfahrenen Uni-Prof zu Tränen rühren? Ja, bei seiner Abschiedsgala.  

Da war Prof. Meyer ganz ergriffen: Der Jubel-Chor des LMU-Marketings

Anlass der tiefen Emotionen war der Chor von Doktoranden, Absolventinnen und Assistenten, die ihre Laufbahn bei Prof. Meyer im LMU-Institut Marketing gestartet hatten. Zur Melodie von „FC Bayern – Stern des Südens“ packten die Akademiker eine Huldigung für ihren Professor. Da bebte fast das historische Palmenhaus im Nymphenburger Schlosspark.

Allein der Chor wäre viermal so groß gewesen. Aber: Es durften wegen Corona nur 100 Gäste feiern, alle brav mit Impfpässen o.ä. Aus ganz Deutschland kamen die Gratulanten und sagten servus (tschüss, etc.): Vorstände, wie Karsten Kühn (Hornbach), Marketing-Lichtgestalten wie Prof. Dr. Uwe Specht (Ex-Henkel) und Promi-Prof-Kollegen wie Armin Nassehi.  

2 x Promi-Prof: LMU-Soziologe Armin Nassehi (li.) mit Marketing-Chef Anton Meyer

Die Reden zum Abschied waren interessant (Nasssehi: „Ich schreibe am liebsten mit Montblanc.“), lobenswert (Prof. Specht: „Wir haben mit dem Toni das Kundenbarometer erfunden.“) und erstaunlich (Prof. Dr. Christian Blümelhuber: „Was ist die liebste Oase des Menschen? Es ist die Steueroase“).

Hippie-Prof Blümelhuber (Universität der Künste Berlin) war Doktorand bei Prof. Meyer und insgesamt elf Jahre am LMU-Institut

Kurzum: Es war eine kurzweilige und gelungene Verabschiedung von Prof. Meyer nach 28 Jahren am LMU-Institut für Marketing. Und dazu war der umtriebige Akademiker ja auch noch 41 Jahre im Vorstand der FGM, der Fördergesellschaft Marketing. Die FGM ist sowas wie die Marketing-Marke der Ludwig-Maximilians-Universität. Die FGM veranstaltet unter der Leitung von Turbo-Prof Meyer das alljährliche Münchner Marketing-Symposium. Im Kuratorium war und ist das Who-is-Who großer Firmen wie Nestlé, Siemens, R+V, Schwäbisch Hall, Atomic, O2, Audi, die Augsburger Aktienbank und Deutsche Bahn. Mit Kempertrautmann und Serviceplan (Florian Haller) sind derzeit sogar zwei Werbeagentur-Bosse im FGM-Führungszirkel.

A dabei (v.l.):Karsten Kühn (Hornbach), Dietmar Turocha (Ex-BSH) und Podcastpionier Alexander Wunschel (Nextperts)

Mit der Abschiedsgala für Prof. Meyer feierte die FGM übrigens auch gleich ihr 50-jähriges Bestehen. Kein Wunder, dass sich die Buffet-Tische bogen. Gut gelaunt in der Warteschlange gesichtet: Prof. Dr. Anja Tuschke, Prof. Dr. Manfred Schwaiger, Dekan Prof. Dr. Ingo Weller und Dr. Silke Bartsch. Zu Sauvignon Malvasia und Isola del Sole gab es Perlhuhnbrust mit Café de Paris Sauce, Filet vom gebratenen Saibling und Pfirsich-Tarte mit Vanilleeis.

Gala-Location Palmenhaus: Sogar der Himmel weinte beim Abschied

Was der prominente Marketing-Netzwerker und Buchautor in Zukunft machen wird? Fortsetzung folgt.

Sponsor-Check Tour de France: die Sieger, die Verlierer

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Es ist der längste Werbespot der Welt: die Tour, die drei Wochen Frankreich und den Radsport zeigt. Viel TV-Zeit, viele Emotionen – und die deutschen Marken?

Bis zum 18. Juli führt das Radrennen über insgesamt 3.383 Kilometer. Für 184 Fahrer eine Tortur mit Tempo 30 bis 100. Und was zeigen die deutschen Sponsoren? Eine Bilanz nach 10 Tagen:

Sieger im Alpecin-Trikot: Mathieu van der Poel

Überraschungssieger: Alpecin

Gefühlt 100 Jahre ist die Shampoo-Marke aus Bielefeld im Radsport unterwegs. Aber erst jetzt der große Showdown: Erstmals war Alpecin in Gelb! Vergessen die Horror-Spots „ich will meine Haare behalten“. Mathieu van der Poel trug sechs Tage das Führungstrikot mit dem roten Alpecin-Logo. Der holländische Crossweltmeister fährt im belgischen Team Alpecin-Fenix. Nach 8 Tagen war Dienstschluss für den Champ. Es ging in die Berge. Abreise.

Überraschungsverlierer: Bora-hansgrohe

Öfters von hinten zu sehen, wenig in der Spitze: das deutsche Team Bora-hansgrohe

Bora ist ein bayerischer Hersteller von Luxusküchen. Das Radteam allerdings blieb bei der Tour auf Sparflamme. Im TV-Bild immer nur so kurz zu sehen, dass Co-Sponsor hansgrohe kaum zu lesen war. Einziger Lichtblick: der Holländer Wilco Keldermann in den Top-Ten. Ansonsten Stimmung wie bei Jogi Löws Kickertruppe. Und zum Saisonende will angeblich 3fach-Weltmeister Peter Sagan das Küchenteam verlassen.

Bestes Profil: Continental

Der Reifenhersteller dekliniert sein Tour-Sponsoring durch alle Disziplinen

Das Dax-Unternehmen aus Hannover (Jahresumsatz 37,2 Mrd. €) ist seit Jahren Hauptsponsor der UCI und damit auch der Tour. Die Reifenexperten pflastern täglich Hunderte von Metern an Streckenbanden. Das gelb-schwarze Logo ist perfekt auf Zwischenzielen, Interviewwänden und bei der Siegerehrung platziert. TV-Präsenz im XXL-Format. Dazu: Print- und TV-Kampagne. Sponsoring mit Stolz, Leidenschaft – und Erfolg.

Der PS-Sieger: Skoda

Gut vernetzte Kampagne und immer in Rot: die Scoda-Flotte bei der Tour

Für die Tour stellt exklusiv die VW-Marke den  Fuhrpark. Skoda rollt oft durchs Bild: Begleitauto der führenden Radler, Jury-, Direktions- und Promi-Shuttle-Fahrzeug. Lange Bandenstrecken, Interviewwände, Floor-Graphics und eine emotionale TV-Kampagne runden die PS-starken Markenpräsenz ab.

Die Trikot-Kings: Lidl

Das Sieger-Interview mit Lidl am Ärmel: Mark Cavendish

Die Idee kam aus der belgischen Dependance, aber die ganze Lidl-Welt (8.000 Märkte) profitiert. Der Discounter ist Ärmel- und Hosensponsor beim Rennstall Deceuninck-Quick-Step. Seit 5 Jahren perfekt im TV-Bild: Fahrer liefern regelmäßig Siege und Titel.

Der süßeste Sieger: Haribo

Ist zwar nur „offizielle Förderer“, aber der Bonner Süßwarenspezialist entzückt jedes Jahr Hunderttausende von Livebesuchern. Haribo fährt in der Werbekarawane, die die Zuschauer lange vor den Radfahrern mit Giveaways bei Laune hält.

XXL-Stilleben, die per TV in die ganze Welt gehen: die Tour als Werbespot für Frankreich

VanMoof in Muc

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Neuer Schwung im Münchner Business: In der Innenstadt schließen die Läden, im Werkviertel eröffnet ein Shop der Skandal-E-Bike-Marke VanMoof.

Ein Screenshot aus dem verbotenen TV-Spot von VanMoof

Warum Skandal? Weil VanMoof 2020 einen TV-Spot zeigte, den die französischen Behörden schockiert verboten. Im Autolack spiegeln sich Industrieabgase, Staus und Notarzteinsätze. Dann zerfließt der Sportwagen. Es entsteht das futuristische VanMoof-Radldesign. Kreative Top-Kampagne. Deshalb gab´s von headline1.de den ComStar 2020 für VanMoof. 

Start im Werksviertel: Aufbau-Manager Samet (li.) und Filialleiter Quirin Schmidt

Nun also erstmals das Shopping-Live-Erlebnis der Hollandmarke im Werkviertel, gleich neben dem Riesenrad. Der Laden ist puristisch gestaltet. Im Fenster steht eine Gitterbox mit zwei Rädern, zwei Labtops auf dem Tresen. Oben im ersten Stock ist die Werkstatt. Und draußen, vor dem Laden, drängeln sich die Interessierten an den aufgestellten VanMoofs.

Future-Design mit Alarmanlage: VanMoof hat nur zwei E-Modelle a € 1998,-

Im Vergleich zur E-Bike-Konkurrenz ist VanMoof günstig: Es gibt nur zwei Modelle (S3 und X3) zum Preis von jeweils 1998,- Euro. Der USP des kantigen City-E-Bikes: der digitale Diebstahlschutz. Er wird, wie andere Funktionen, über das Handy gesteuert. Wer ein VanMoof stehlen will, löst einen nervigen Blink- und Sirenenalarm aus. Außerdem ist es ohne Entschlüsselung nicht fahrbar und wird über Geosystem überall geortet.

Keine Logos, keine Poster: die Clean-Shop-Performance der E-Biker in München

Neben den Flagship-Stores in aller Welt, sollen in Deutschland nun weitere Shops („Hubs“) eröffnet werden. Die Holland-Marke (eigene Produktion in Taiwan, 100 Millionen Euro Jahresumsatz) konzentriert sich im Marketing  neben Online- auf die Außen- und Plakatwerbung.

Adidas: Mit Chips und Charme in die Zukunft

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Frohe Ostern: Im April startet Adidas eine der größten Werbekampagnen seiner Geschichte. Der Claim: „Impossible is nothing.“

Lebenslust, Lebensfreude: Adidas will noch stärker in die weibliche Zielgruppe

Die internationale Werbeoffensive wurde am Rande der Bilanz- und Strategiepräsentation in Herzogenaurach bekannt. Erst gab´s den Schlussstrich unter das schlagzeilenreiche Adidas-Jahr 2020:

Plötzlich wieder Börsen-Liebling

Umsatz runter auf 19,8 Mrd. € (- 16%), Gewinn-Minus von knapp 80 % auf 429 Mios. Dann, nach 11 Uhr, schossen die Drei-Streifen-Aktien plötzlich nach oben (bis zu 10 %): CEO Kasper Rorsted packte die neue Strategie 2025 aus, „own the game“. Die kam an im Markt.

“Own the Game”: CEO Kasper Rorsted präsentierte seine 5-Jahres-Vision

Kühl, fast schon steril: Im Sweatshirt, Hoody oder einfach im Trainingsdress erklärten die Adidas-Vorstände ihre jeweiligen Pläne. Ein Video-Marathon, 4 Stunden lang.

Kauft Shaquille O´Neil Reebok?

Das 3 Mrd. € teuere Sorgenkind Reebok wird verkauft. Bis 2025 soll der Jahresumsatz jeweils zwischen 8 und 10 % steigen, der E-Commerce-Umsatz sich verdoppeln, die Aktionäre 8 bis 9 Mrd. € kassieren. Schöne Aussichten, ganz ohne Showeffekte.

1. Frau im Adidas-Vorstand: Amanda Rajkumar ist oberste Personalchefin

Viel auffallender im XXL-Video aus Herzogenaurach: Das Adidas-Management ist weiblicher geworden und darf gleich groß ins Bild. Nach Rorsted referierte Amanda Rajkumar, die Neue im Vorstand für Personal. Vicky Free ist neue Marketingchefin, Aimee Arama leitet den Bereich Training, Carla Murphy das Ressort Outdoor.

Gehört zu den Adidas-Superstars: Lionel Messi mit der argentinischen Nationalteam

Kein Glitzer, kein Glamour, kein Schaulauf der Promis bei der Zukunftspräsentation von Adidas. Heißt aber nicht, dass Adidas-Botschafter wie Beyoncé, Pharrell Wlilliams, Messi, Kloppo oder Müller ab sofort Pause haben. „Im Gegenteil, Lifestyle und seine Protagonisten sind für uns der größte Wachstumsmarkt“, sagte Brian Grevy, der neue Vorstand „Global Brands“.

War CEO bei Gant: Brian Grevy, neuer Vorstand Global Brands

Seit zwei Monaten im Amt hat der Ex-CEO von Gant die Markenarchitektur von Adidas gleich um die dritte Säule „Sportswear“ erweitert.

Die neue Markenarchitektur: Sportswear als eigenes Ressort

Gleichzeitig laufen in Grevys Ressort die Vorbereitungen zum großen Werbe-Showdown. Im April startet „impossible is nothing“. Die Kampagne mit mehrstelligem Millionenbudget soll als Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft verstanden werden. So war 2003 Muhammad Ali das Testimonial der Adidas-Kampagne unter gleichem Titel.

Bis 2025 sollen 9 von 10 Adidas-Produkten nachhaltig sein

Nun will Adidas mit modernem Storyansatz die Menschen auf die neuen  Möglichkeiten aufmerksam machen, die sich überall und jederzeit bieten. Gesundheit, Nachhaltigkeit, Fairness und Leistung sind die neuen alten DNA-Attribute der Sportmarke. Nur eben digitaler und weiblicher als jemals zuvor. Adidas mit mehr Chips – und mehr Charme!

Let´s do it: Nothing is impossible

Taittinger und andere Best Brands bei Serviceplan

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Echt visionär: 10 Monate vor dem Jahreswechsel hat Serviceplan schon jetzt die Markensieger 2021 verkündet. Nicht im Bayerischen Hof, sondern nur virtuell.

Der Best-Brands-Award im Bayerischen Hof ist ein alljährlicher Top-Termin für die deutsche Medien- und Marketingbranche. Einer der wenigen in München. Selbst das Fachblatt wuv schickte, trotz Reisebeschränkungen, sonst seine Spitzenkräfte zur Gala in die Innenstadt.

Serviceplan-Chef Florian Haller: So präsentierte er sich kürzlich in der Hauszeitschrift “twelve”

Nun sparten alle die Reisekosten und guckten dafür in die Rechner. Die virtuelle Markenshow, produziert bei Seven One, verfolgten 800 Gäste. Und das sind die ermittelten Siegermarken 2021: Bosch Power Tools, Alnatura, Samsung und Amazon.

Sponsoring wie beim FC Bayern

Kommandeur des Events ist Florian Haller, CEO Serviceplan Group. Seine Agentur hat mit der GfK, Seven One, dem Markenverband, WirtschaftsWoche, Zeit, RMS Radio und Media Impact namhafte Gold-Sponsoren akquiriert, die zum Teil schon seit 18 Jahren mit an Bord sind.

Neu und eifrig: Gala-Moderatorin Katrin Bauernfeind

Der cleverste Sponsor: die Champagner-Marke Taittinger. Die Franzosen waren zwar nur als Partner der abendlichen Preisverleihung aufgeführt – mussten aber dafür auch nicht 500 Gäste live im Bayerischen Hof versorgen, sondern nur das virtuelle Backoffice.

Den Best-Brand-Kubus gab´s für die Sieger aus 10.000 GfK-Befragungen

Das Tuschelthema des Tages: BMW. Der Serviceplan-Stammkunde hatte vor der Agenturshow für ein „Beben in der Agenturszene“ (FAS) gesorgt. Die Autobauer wollen mit der Hamburger Kreativagentur Jung von Matt und Experience One ab 1. April die gesamte Marken- und Unternehmenskommunikation zusammenführen.

BMW und das “Agenturbeben”

Serviceplan ausgebremst von BMW? Nein! Denn erst im September hatte die Münchner Agentur im Verbund mit Berylis und Mediamonks einen BMW-Marketingetat von geschätzten 100 Mio Euros gewonnen.

Amazon-Chef Ralf Kleber: Sieger als Marke und als Performer

Beste Siegerperformance der Video-Gala: Ralf Kleber, der Deutschlandchef von Amazon. Mit Schwung und Herzblut an die Spitze. Seit fast 22 Jahren an Bord bringt er die Amazon-Philosophie in wenigen Sätzen glaubhaft auf den Punkt („Invent and simplify“, „walk the store“). Ein Sieger mit Sendebewusstsein.

Digitaler Großauftritt für Serviceplan auf dem Gelände von Seven-One

Der geheime Gewinner: Adidas. Im vergangenen Jahr noch auf 1, rutschte die Sportmarke nun auf Platz 8 (immerhin vor Coca Cola). Allerdings beweist dies auch, dass die Drei-Streifen-Marke trotz Mietskandal und verschobenen Großevents bei den Konsumenten immer noch hoch im Kurs steht.
Der größte Gewinner: Serviceplan. Seit 18 Jahren best performance bei den Best Brands.

Das Geheimnis von Chopper – nach 39 Jahren gelüftet

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Mit Geistern fängt man Menschen! So war das im Februar 1982. Das Chopper-Fieber wurde zum Medienhype. Ausgelöst von mir und der Abendzeitung. Das Geständnis.

Um den Chopper-Wahn zu verstehen, ein Schwenk in die damalige Medienlandschaft, genauer zur Markenpositionierung der Münchner AZ: Parallel zum Aufstieg der Stadt hatte sich die Zeitung zum relevanten Meinungsführer entwickelt.

Wilde Zeiten in München: Das Verfahren wurde später gegen Geldauflage eingestellt

Das Reich von Franz Josef Strauß hatte magische Anziehungskraft. München mit seinen fünf Tageszeitungen war die Glitzer-Hauptstadt – und die AZ die Queen of Boulevard. Es galt: Nur wer reinkommt, ist drin. Kein RTL (kam erst 1984), kein Internet. Dafür Michael Graeter („Baby Schimmerlos“), Sigi Sommer (Blasius) und viele andere Top-Journalisten.

Boulevard-Story weißblau: Ein USP der Abendzeitung, damals

Ich war 27, Polizeireporter und wie die anderen Jung-Kollegen Andreas Petzold (später Stern-Chef) und Frank Plasberg („Hart aber fair“) täglich schwer am Ranschaffen. Meine Spezialität, die sogenannten Räuberpistolen aus meinem bayerischen Info-Netzwerk: Dackeltragödien, Schlägereien unter Totengräbern, Ärger mit Lederhosen, etc.

Februar 1982: die damals 17jährige Claudia mit AZ-Reporter Peter Ehm

Am 11. Februar 1982 meldete mein Kollege Günter Schießl (die Woche, Regensburg) mal wieder eine solche Soft-Story. Ich war hin und weg. Am anderen Tag meldete die AZ: „Wissenschaftler ratlos: Geisterstimme verfolgt Zahnarzt! Seit elf Monaten Psychoterror – Polizei ermittelt.“

Alle Fotos exklusiv bei der AZ

Ein Zahnarzt, 55, seine Patienten, die 17jährige Helferin und die Zahnarztfrau waren immer wieder von einer unheimlichen Geisterstimme beschimpft worden. Die passenden Fotos hatten wir von Horst Hanske (die Woche) – exklusiv.

Gleich in der Nacht meldeten sich telefonisch Leser mit einer Erklärung für das Phänomen. Das Echo war jedenfalls riesig. Die anderen Münchner Zeitungen hatten meine Geschichte „übernommen“.  Nun galt es den Vorsprung zu halten. Das Ergebnis war die Headline vom Montag, 14.2.82: „Geist gab sich zu erkennen: Mein Name ist Chopper!“

Start frei für einen internationalen Medienhype: Der Geist hat einen Namen

Was ich damals nicht wusste: Chopper ist ein recht zwielichtiger, geheimnisvoller Begriff. Er gilt u.a. für Geköpfte, die irgendwie nicht zur Ruhe kommen können. Er bezeichnet aber auch Hightech-Hubschrauber und Motorräder.

Chopper oder Tschopperl?

Den Geisternamen hatte mir Claudia am Telefon verraten. So hatte ich sie jedenfalls verstanden. Chopper, englisch, Easy-Rider und so. Erst viel später merkte ich, dass die 17jährige Helferin den Begriff wahrscheinlich gar nicht kannte. Sie war zwar schlagfertig und antwortete auf meine Frage nach dem Namen. Aber vermutlich nannte sie nicht das englische Wort, sondern den phonetischen Zwillingsbegriff und der heißt Tschopperl. So nennt man im Regensburger Outback einen Tollpatsch.

Jeden Tag frische Geister-News: Egal ob Nachrichtensperre oder nicht

Egal, ich berichtete ab besagtem Montag jeden Tag von der immer größeren Chopper-Front: Highttech-Fans gegen Psi-Apostel. Die Post gegen Chopper. Die Landespolizei gegen die Kripo. Dazu die AZ-Leser mit immer neuen Theorien. Der AZ-Tagesverkauf stieg um bis zu 50.000 Exemplare (normale Auflage 250.000, Wochenende 320.000).

Der Geist aufm Anrufbeantworter: Da brach in München das Telefonnetz zusammen

Bestseller Chopper. Spiegel, Stern, alle Tageszeitungen, Fernsehen, Radio, die BBC, die amerikanische Newsweek, die Times of India – die ganze Welt war im Bann von Geist aus der Zahnarztpraxis. Eine AZ-Telefonaktion mit der Geisterstimme auf Anrufbeantworter ließ das Münchner Telefonnetz zusammenbrechen.  Eindringlichst bat uns die Post um sofortige Abschaltung – nach 15 Minuten Laufzeit. Nur Thomas Gottschalk bekam den Sound vom Tonband fürs Radio.

Gruseliges Ende nach 29 Tagen

29 Tage lang dauerte der Spuk. Bis zum 9. Marz 1982. Als Chopper-Stimmen wurden nämlich der Zahnarzt selbst, seine Frau und Claudia entlarvt. Kein Hightech, keine Außerirdischen. Die Auflösung der XXL-Geisterstunde war medial enttäuschend. Kein Märchen-Happyend.

Kann ein Geist ewig leben?

Stand heute: Das Ehepaar ist verstorben, Claudia spurlos verschwunden. Doch Chopper spukt immer noch durch die Köpfe. Der Hamburger Romeo Grünfelder will einen Film über das Phänomen produzieren. Die Zeitschrift MUH will den Chopper in der kommenden Ausgabe nochmal aufleben lassen. Happy birthday zum 39.

Bleibt die Frage, ob ein solches Medienspektakel heute, nach 39 Jahren, noch einmal möglich wäre? Wie bitte? Unmöglich? Vorsicht! Nicht zu früh abwinken. Lesen Sie in der nächsten Ausgabe von headline1.de 5 Gründe, warum sich ein solcher Hype jederzeit wiederkommen kann…

Eine Ski-WM in Garmisch und wo sind 282 Mio Pisten-Chinesen?

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Was die Streif im Skisport, ist fürs Wintermarketing der „Mountain Peak“ von Marcus Höfl. Ein Insider-Treff für Macher mit exklusiven News.

Das Meeting von Wirtschafts-, Marketing- und Medienleuten in Kitzbühel, kurz vorm Wochenende auf der Streif, gehört mittlerweile zur Tradition im Skizirkus. Als Veranstalter zeichnet Marcus Höfl verantwortlich, der seit 20 Jahren von Kitz aus die Fäden im internationalen Sponsoring zieht.

Organisator Marcus Höfl (sorry, ist natürlich rechts) mit Ehefrau Maria und Adidas-Com-Chef Jan Runau

„Wir sind keine Agentur. Wir vermitteln nicht, sondern wir gestalten“, sagt der gebürtige Herzogenauracher über seine MHM Majors. Mit dieser Philosophie hat er sich ein XXL-Netzwerk aufgebaut – von der Bundesliga (mit Hermes), über den Motorsport (für Lenovo), bis hin zu den Medien (Bild) und dem Wintersport. Die Riege der Schnee-Manager ist deshalb gern zur Stelle, wenn Höfl zum Mountain Peak Summit ruft. Dieses Mal nur digital (Foto), aber nicht weniger spannend.

 

So erklärte Ex-Rennfahrer und OK-Mitglied Fritz Dopfer, er wünsche sich eine Ski WM-Bewerbung 2027 für Garmisch. Trotz WM-Ablehnung für 2025: „Mit dem DSV, der Marktgemeinde und dem Skiclub Garmisch-Partenkirchen im Schulterschluss wäre das ein gutes Signal.“

Deutsche Ski-WM 2027?

Digital kam der Mountain Peak Summit in diesem Jahr

FIS-Marketing Direktor Jürg Capol räumte das Holpern der Wintersport-Missionierung in China ein. 300 Millionen neue Schneesportler hatte sich die FIS vorgenommen. Laut Capol sind es derzeit nur 18 Mios. Aber die aktuelle Skisaison sei in der TV-Vermarktung zufriedenstellend: „Wir konnten liefern, wie durften veranstalten. Die Quoten sind gut.“

Einer dieser Quotenknüller sind die Hahnenkamm-Rennen (22.–24.1.). Sonst kommen bis 70.000 Fans zur Rennwoche nach Kitzbühel. Diesmal: keine Zuschauer. Corona.

Von Audi bis zum ORF: die Sponsoren blieben der Streif treu

Allein für die Rennfahrer und den Begleittross durften die Hotels für eine Woche öffnen. „Ein großes Verlustgeschäft für uns“, so Dr. Christian Harisch, Hotelier und Obmann Kitzbühel Tourismus. Aber das sei man der Marke schuldig. Harti Weirather, der Chefvermarkter der Rennen, hatte den einstigen Sauf- und Prolltermin in einen edlen Promi-Schaulauf verwandelt – und für gute Gewinne in ganz Kitzbühel gesorgt. Jetzt könne man sich revanchieren“, so Harisch. Aber ein zweites Corona-Kitz sei wohl nicht möglich.

Sponsor BKW wird Stromsparer

Über ein richtungsweisendes Öko-Projekt berichtete Walter Reusser, Alpin-Direktor, Swiss Ski. Zusammen mit Sponsor BKW, dem Berner Energiekonzern, berate man Schweizer Skigebiete in Sachen Stromeffizienz. Ziel sei es, dass der footprint eines Weltcuprennens gleich Null ist.

Schöne Aussichten! Saubere Perspektiven… verbunden mit der Hoffnung, dass das Höfl-Summit 2022 wieder mit Catering und Drinks im Zielraum der Streif stattfindet.

Endlich: Einen ComStar für die Kultur!

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Folge III unserer Serie über die besten Kampagnen des Jahres 2020. Lesen Sie mal, was 3 Siegermarken so gemacht haben. 2 Sportmarken müssen nachsitzen. Für sie gab´s nur ´nen Troast Price…

Der ComStar 2020 in der Kategorie TV-Spot: VanMoof.

Digitales Wunderwerk: Der vanMoof-Spot “Time to ride the future”

Die Fahrradmarke vanMoof hat mit ihrem TV-Spot „Time to ride…“ Werbegeschichte geschrieben. Denn die französische Werberegulierung ARPP verbot den Spot im Sommer. Der 45-Sek.-Film „schüre die Angst vorm Klimawandel, diskreditiere den Automobilsektor“. VanMoof entschärfte den Spot (im Lack eines zerfließenden Autos verschwanden Blaulicht, Rauch und Staus) – und erhöhte das Mediabugdet.

Das kantige E-Bike vanMoof wurde zum Insidertipp in der City

In Deutschland neben TV sogar mit einer Plakatkampagne (Foto). Das kantige City-E-Bike mit digitalem Diebstahlschutz wurde zum Insidertipp. „Wie ein iPhone, nur mit Pedalen“, schwärmte die Süddeutsche. Die Marke aus Amsterdam (gegr. 2009) arbeitet in Deutschland mit Design Offices zusammen und schaffte 2020 laut Analysten einen Umsatz von 100 Mio € – darauf den ComStar!

ComStar 2020 in der Kategorie Kultur: Hans-Conrad Walter mit seiner Agentur Causales.

Er ist ein Brückenbauer zwischen Kultur und Kommerz: Seit zwölf Jahren veranstaltet der Berliner Hans-Conrad Walter den Kongress „KulturInvest“. Politik, Kultur und Sponsoren an einem Tisch. Migros, Allianz und Co. im Dialog mit Berlinale, documenta und Semperoper. Conrad formte mit seiner Agentur Causales einen europäischen Kulturgipfel – mit einer Multi-Kommunikations-Strategie. Farbige Broschüren, persönliche Anschreiben übers ganze Jahr, Onlinepromotion, You-Tube-Kanal.

Agentur-Chef Hans-Conrad Walter: Mit KulturInvest schuf er in 12 Jahren eine Institution

Aber sein Trumpf ist die Mund-zu-Mund-Propaganda. Die Entscheider der Branche wissen, dass Walters KulturInvest der In-Treff des Jahres ist. Bei der 12. Auflage im November waren 743 Teilnehmer digital im Potsdamer Nikolaisaal. 18 Foren (u.a. mit Grünen-Chef Robert Habeck), 72 Stunden streaming. Und sogar Bayern waren dabei: Prof. Thomas Girst (BMW) und Verleger Winfried Hanuschik (crescendo) in der Award-Jury, das Oberpfälzer Konzerthaus Blaibach auf der Shortlist. Für den 13. KulturInvest ab 10. Nov. 2021 in Dresden gibt es jetzt schon 350 Anmeldungen. War also höchste Zeit für den ComStar Kultur.  

ComStar 2020 in der Kategorie Print: InTime aus Unterschleißheim.

Deutschlands 1. Micro-Business-Mag: InTime aus Unterschleißheim

„Unsere Wirtschaft hat Power“, sagte sich der Bürgermeister von Unterschleißheim, „und dafür machen wir jetzt mal richtig Werbung .“ In Kooperation mit der Wirtschaftsinitiative ICU und dem Verleger Peter Zimmermann gab Bürgermeister Christoph Böck deshalb grünes Licht für das regionale Wirtschaftsmagazin InTime. Deutschlands 1. Micro-Business-Magazin (kress) erscheint 2x im Jahr und geht an die Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Auflage: 10.000 Exemplare. InTime wurde für den Bayerischen Printpreis 20/21 nominiert, weil auch der Druck mit Duft- und Präge-Specials für Aufsehen sorgt. Für den Inhalt zeichnet Peter Ehm verantwortlich, der Chefredakteur von headline1.de. Aber bei der Jurysitzung hielt er sich raus. Deshalb ehrlicher Applaus für eine regionale Print-Innovation und ihren ComStar 2020.

ComStar Troast-Price: das Radteam Bora-hansgrohe.

Das Fahrrad war nicht nur wegen vanMoof (oben) ein Top-Thema in 2020. Wer nicht selbst in die Bio- oder E-Bike-Pedale trat, der guckte Tour, Giro oder Vuelta.

Der Giro auf Eurosport: Trotz Corona lieferte das Radrennen Livebilder in die ganze Welt

Mit in der Weltspitze der Profiradfahrer: das deutsche Team Bora-hansgrohe. Hier radeln u.a. der Tripple-Weltmeister Peter Sagan, Pascal Ackermann und Emanuel Buchmann. Viel TV-Zeit, Clippings so dick wie ein Telefonbuch, Onlinepräsenz, Audio und You-Tube – die beiden german brands Bora und hansgrohe erzielten Megareichweiten quer durch alle Zielgruppen. Nur: Das Sportsponsoring spielte in der Kommunikation für beide 2020 eigentlich keine Rolle. Bora-Chef Willi Bruckbauer verkauft seine Luxusküchen ohne Hightech-Bezug zum Radsport, bei hansgrohe konzentriert man sich in seiner Kommunikation lieber aufs Bad. Bleibt für die beiden nur der ComStar Troast Price. Eigentlich schade…

Für Bora-Chef Willi Bruckbauer gab´s für 2020 nur einen Troast-Price

1x Mode, 1x Dackel: die ComStars 2020 (II)

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Gratulation! Wir feiern die besten, kreativsten, und nicht unbedingt lautesten Kommunikatoren des Jahres. Warum sie unsere ComStars 2020 sind – hier Folge II.

ComStar 2020 Live-Communication: Inge Vogt.

Das Stachus-Untergeschoss war lange Jahre ein Schmuddel-Tunnel. Dann endlich, 2011, ein glanzvoller Neustart. Viel Licht, mehr Platz, 60 edle Shops. Das neue UG mitten in München war plötzlich das meißtfrequentierte Shopping-Center Europas. Mit bis zu 300.000 Passanten pro Tag. Inge Vogt mit ihrer Projetiv GmbH gehörte von Anfang an zu den Mitgestaltern und Managern der unterirdischen Edelmeile.

Kreativer Wirbelwind der Stachus-Passagen: die Münchnerin Inge Vogt

Mit Events und Contests brachte sie Leben auf die Boulevards. Der Fashion-Design-Contest oder der Stachus-Passagen-Cocktail-Contest wurden auch mit Hilfe der Dachauer Agentur Weimer & Paulus zu „Talks in Town“. Eine Millionenreichweite erzielte das Dackel-Orakel von Inge Vogt. Vor laufenden Kameras sollte ein Rauhaardackel auf der Passagen-Bühne den Sieger im ChampionsLeague-Finale erschnüffeln. Ebenso Aufsehen erregend: der Sky of Fame, Promi-Portraits an der Decke. Im März kamen zur Enthüllung Ottfried Fischer, Alfons Schuhbeck sowie die beiden Spider Murphies Günther Siegl und Barry Murphy. Moderation: ZDF-Star Karen Webb. Tja, und dann Corona, 1. Lockdown, 2. Lockdown. „Das macht mir den Abschied noch schwerer“, sagt die Chef-Organisatorin der bekannten Passagen. Nach 10 Jahren gibt sie zum 31.12. ihr Mandat ab. Vorher hatte Inge Vogt übrigens 13 Jahre lang die Shopping-Boulevards im Münchner Flughafen vermarktet. Also höchste Zeit, mal auf der Lieblingsinsel Sylt zu entspannen. Bei Rückkehr nach München gibt´s den ComStar 2020 – Gratulation!

ComStar 2020 „Münchner Mode“: Martina Koula.

Wenn´s um Münchner Modedesign geht, dann denkt man vielleicht an den Bogner Willi, an Escada oder MCM. Aber diese Marken spielten 2020 nicht groß auf. Und dieser emsige Axel Munz mit seinem Trachtenlabel Angermaier? Auch ziemlich gebremst wg. No-Oktoberfest. Also blicken wir ins Münchner Lehel. In einem kleinen Laden am Sankt-Anna-Platz werkelt seit drei Jahren die Schneidermeister-Tochter Martina Koula an Stoffen, Schnitten und Verkaufszahlen. Und das überaus erfolgreich, wie die Süddeutsche Zeitung sowie das IHK-Magazin berichteten.

ComStar-Siegerin Martina Koula mit neuem Mundschutz-Kragen

Mit ihren Röcken und den farblich abgesetzten 5-Kant-Taschen verzückt sie nicht nur die Ladies der Münchner Kommunikationsbranche. Zum 3. Geburtstag ihrer Marke „Lakoula“ kamen im Sommer Fan-Clubs aus allen Ressorts. Ihre Kommunikationsstrategie: Empfehlungs-Marketing (Mund-zu-Mund-Propaganda), regelmäßige Events im Mini-Shop (Rock-Festivals) und Newsletter. „Kostengünstig, aber sehr kreativ und fordernd“, urteilt die ComStar-Jury. Und Martina Koula liefert munter weiter: Frei nach dem Motto „jetzt geht´s dem Virus an den Kragen“, hat sie zuerst einen Masken-Mantel in die Kollektion gebracht und jetzt den Lakoula-Masken-Kragen. Das ist ein peppiger Textilüberzieher, der mit einem Reißverschluss über Mund und Nase geschlossen wird (Foto).
Den ComStar 2020 für Lakoula, einem modischen Gesamtkunstwerk!

Adidas, Mercedes und andere Sieger: Die ComStars 2020

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Im Corona-Jahr zeigte sich, wer gut ist in Kommunikation. Die ComStar-Jury bewertete aber nicht nur Kampagnen, sondern auch Worte und Taten. Herzliche Gratulation an die Sieger 2020 – Fortsetzung folgt.

ComStar 2020 Kategorie Hombre: Kasper Rorsted und Adidas

Die ComStar-Jury stellt fest: „Adidas ist eindeutig männlich.“ Der Ball, der Sieger, der FC Bayern und natürlich der Vorstands-Vorsitzende Kaspar Rorsted. Der war ja lange Jahre beliebtester CEO im Dax.

Durchtrainiert, erfolgreich, männlich: Adidas-Chef Kasper Rorsted

Und dann im April dieser leidige Mietskandal. Auch andere zahlten wg. Corona keine Mieten für geschlossene Läden. Aber wer kam an den Pranger: der Kaspar. Medienwirbel XXL. Als hätte man den Adidas-CEO in Jack Wolfskin erwischt. Der Sportchef taumelte kurz. Er ließ zwar die Mieten anweisen, vergaß aber die Sorry-Kampagne zu unterschreiben.
Vergessen. Jetzt wieder alles im Griff. Verkäufe und Aktienkurs steigen. Und selbst eine F.A.Z-Umfrage umdribbelt der Adidas-Chef lässig. Warum denn im Vorstand keine Frau sei? Rorsteds Antwort: Das Ziel, 2020 weltweit 32 % Frauen in Führungspositionen zu beschäftigen, sei mit 34 % übertroffen worden. Na also. Und nun freuen sich vereint alle Geschlechter im Adidas-Reich: Zu Weihnachten gibt´s für jeden der 60.000 Mitarbeiter*innen 1.000,- Euro Extra-Corona-Prämie. Frohes Fest und Gratulation zum ComStar 2020.

ComStar 2020, Kategorie Lebenswerk: Prof. Dr. Anton Meyer.

Als andere noch überlegten, wie man Oracle schreibt, analysierte er schon das Marketing der US-Marke. Der Münchner Univ.-Prof. Dr. Anton Meyer gehört seit 30 Jahren zu den wissenschaftlichen Pionieren der Marketing-Lehre und -forschung.

Turbo-Prof Anton Meyer: Seit 30 Jahren in der Marketing-Wissenschaft

Er ist ein Turbo-Prof: Ordinarius für BWL und Marketing an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), dazu hat er so viele Ämter und Auszeichnungen wie Jung von Matt „Goldene Löwen“. Eines von Meyers Glanzstücken: das alljährliche FMG-Marketing-Symposien an der Uni. Themen wie „Marketing 2040 – was kommt, was bleibt, was geht“, „Always ahead“ und „mit Tech & Touch die Zukunft gestalten“ lockten bis zu 700 Kongressbesucher ins Audimax. Auf der Bühne: Vorstände und CEOs aus allen Branchen und aus der ganzen Welt. Das letzte, das 46. (!) Symposium, stand im Sommer unter dem Titel „die Krise als Treiber des Wandels“. Leider nur Online wg. Corona. Dafür gibt´s jetzt den echten großen ComStar 2020.

ComStar 2020, Kategorie „glimmer twins“: Ola Källenius (Mercedes) und Oliver Zipse (BMW).

Die Münchner BMW-Welt im Olympiapark ist so was wie ein modernes Neuschwanstein. Nur zwei Kilometer entfernt steht der Mercedes-Tower, eine überdimensionale Speerspitze der Stuttgarter Autobauer. Zwei XXL-Markenzeichen im Dauerduell. Und trotzdem gab es jetzt eine schier unglaubliche Kooperation.

Oh Du Fröhlicher: ein BMW (li. oben) im Münchner Mercedes-Adventskalender

Das Mercedes-Team von CEO Ola Källenius („Ich bin umgeben von starken Frauen“ – Bunte) schenkte ein Tower-Schaufenster der Konkurrenz. Zur Vorweihnachtszeit bildet nämlich die Fensterfassade im Mercedes-Turm einen riesigen Adventskalender. Im Türchen Nr. 10: der neue Elektro-BMW iX3. Upsi!

Im Gegenzug ließ das Team um CEO Oliver Zipse („Das harte Regime des neuen BMW-Chefs“ – managermagazin) einen Elektro-Mercedes in die BMW-Welt, einen EQC 400. Der spektakuläre Platztausch soll für lokalen Handel werben. Für die ComStar-Jury ist das mehr, nämlich der Sieg in der Kategorie „glimmer twins“.

Fortsetzung folgt: Die neuen ComStars 2020

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