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Januar 2026

Sponsoring: die EU spielt exklusiv mit beim Africa Cup

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Blaue Sternenflagge mit dem Claim „Africa and Europe together“ – so flimmert es bis zum 17. Januar über Millionen von Bildschirmen. Absender des Auftritts: die Europäische Union. Ort: Digitalbanden und Werbeflächen beim Africa Cup in Marokko. Die EU spielt also jetzt mit im Profifußball.

Bandenwerbung aus Brüssel beim Africa Cup

Der 35. Cup auf dem afrikanischen Kontinent ist das Warmup zum großen Sportjahr 2026 mit Fußball-WM und Olympiade. 24 Nationalteams spielen in sechs marokkanischen Stadien um den Titel. Das ergibt 52 zum Teil hochkarätige auf jeden Fall farbenfrohe Spiele.

Gut platziert: EU-Logo auf der Trainerbank

Neben dem französischen Hauptsponsor Totalenergies und der EU präsentiert sich auch der deutsche Sportartikler Puma. Für den angeschlagenen Konzern ist der Africa Cup ein Schlüsselspiel mit XXL-Budget. Der Spielball, die Outfits von Schieds- und Linienrichtern sind alle „made by Puma“. Ferner spielen die Teams von  Marokko, der Elfenbeinküste, Senegal und Ägypten im Puma-Dress.

Puma ganz weit vorne – zumindest im Sponsoren-Ranking

In Deutschland wird allerdings die afrikanische Puma-Show wenig Auswirkung haben. Die Meisterschaft läuft nicht im Free-TV. Die Senderchefs setzten lieber auf Quotengaranten wie die 4-Schanzen-Tournee (ARD/ZDF, 4 Mio.) oder die Darts-WM (Sport1, bis zu 3 Mio.). So rollte der Afrika-Ball nur auf den beiden Pay-Sendern Dazn und Scooore.

Gut besuchte, aber nicht immer volle Stadien beim Africa Cup. Die weltweite TV-Reichweite wurde mit 1,4 Milliarden angegeben

Über den ungewöhnlichen EU-Auftritt beim Africa Cup gab es aus Brüssel keine offizielle Stellungnahme. Ebenso keine Antwort auf die Frage, ob die blaue Sternenflagge auch im Sommer bei der Fußball-WM auf den Stadionbanden flattern wird.

Scooore platzierte in den Spielen 1-min-Werbebreaks. Immerhin mit Eigenwerbung

Fest steht: Die Brüsseler Institution geht mit ihren vielen Ressorts immer professioneller in die Öffentlichkeit. So gewann die Kampagne des Europäischen Parlaments zur Europawahl 2024 zahlreiche Kreativpreise in Frankreich und Dänemark (Agentur NoA & Co., Kopenhagen). Höhepunkt war Anfang Dezember in London der Eurobest in der Kategorie „kreative Wirkung“.

180 Millionen € für 5 Jahre

Und es geht offensiv weiter. Zum Jahreswechsel meldete die Europäische Kommission die Vergabe eines 180-Millionen-Kommunikations-Etats. Gewinner: die Münchner XXL-Agentur Serviceplan. Im Verbund mit der Agentur Phrenos soll das Netzwerk um CEO Florian Haller in den kommenden fünf Jahren den Dialog mit den Bürgern verbessern.

Mit dem Sport kann´s dabei viel Applaus geben …

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