„Den Letzten beißen die Hunde.“ Dieses Sprichwort gilt in der Formel1 nicht immer. Wer geschmeidige Headlines liefert und seine Marke strategisch powert, der muss nicht unbedingt aufs Siegerpodest. Ganz weit weg vom Podest ist in diesem Jahr der Newcomer Audi. Nach nur zwei Rennen befürchten Insider: Audi F1 wird zum Geisterfahrer.

Mit über 820 Mio TV-Fans ist die Formel 1 heute die größte Sportserie der Welt. Immer mehr Big Brands, wie zuletzt Louis Vuitton, American Express und Microsoft fahren deshalb mit. Das bringt Bekanntheit. Noch besser: eine nachhaltige emotionale Verbindung zwischen Marke und Sport. Weltweit.

Der deutsche Formel1-Markt leidet noch immer an der Schumi-Depression: Die Serie läuft nur noch im Pay-TV (3-4 x auf RTL), keine Rennen mehr in Hockenheim und auf dem Nürburgring, keine German Siegfahrer. Aber der Rest der Welt guckt fasziniert zu und jubelt z.B. für Mercedes.

Die Präsentationen der neuen Autos sind in jedem Jahr mediale Großereignisse. Da lassen etablierte Rennställe Sondermaschinen mit Gästen einfliegen. Red Bull produziert eine eigene TV-Show, die mehrfach läuft. Dagegen war die Audi-Präsentation eher „bayerisch“. Dicke Backen, wenig Aufregendes. Über Bild ließ man verlauten: „In zwei Jahren sind wir Weltmeister.“

Darauf freut sich bestimmt auch der Hauptsponsor des neuen Rennstalls: Revolut. Das ist eine seit 2015 in London ansässige internationale Neobank. Nach eigenen Angaben sehr erfolgreich (weltweit 65 Mio Kunden, 2,1 Mrd € Umsatz in 2023).

Was sind die Ziele, die Revolut mit Audis Formel 1 erreichen will? Wie ist die Kommunikations-Strategie? Vorstand Martin Gilbert sagt dazu nichts. Auch Co-Gründer Nikolay Storonsky war nicht erreichbar. Jedenfalls blieb der Fragenkatalog von headline unbeantwortet. Revolut hat übrigens Werbeflächen am Münchner Flughafen gebucht und einige Skilift-Masten in Österreich. Aber bringt das Sport-Spirit in die Marke?

Nach 2 Rennen ist Audi mit Revolut abgeschlagen. Nur selten im TV-Bild, nur 2 Punkte erreicht. Die Tabelle führt Mercedes mit 98 Punkten. Nach dem Grand Prix von Japan, am 29. März, sind erst mal 5 Wochen Pause. Rennabsagen wegen des Kriegs.

5 Wochen, um die Audi-Batterien und den Rest auf Vordermann zu bringen. Nur eine Marke macht mit Audi/Revolut schon ganz gute Geschäfte. Das ist der Adidas. Man verkauft in den großen Shops das Audi-F1-Merchandising. Gleich daneben: der exklusive Mercedes-F1-Fanshop. Die 3-Streifen-AG hat nämlich beide deutschen Formel1-Teams unter Vertrag (wie berichtet).

