1x Mode, 1x Dackel: die ComStars 2020 (II)

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Gratulation! Wir feiern die besten, kreativsten, und nicht unbedingt lautesten Kommunikatoren des Jahres. Warum sie unsere ComStars 2020 sind – hier Folge II.

ComStar 2020 Live-Communication: Inge Vogt.

Das Stachus-Untergeschoss war lange Jahre ein Schmuddel-Tunnel. Dann endlich, 2011, ein glanzvoller Neustart. Viel Licht, mehr Platz, 60 edle Shops. Das neue UG mitten in München war plötzlich das meißtfrequentierte Shopping-Center Europas. Mit bis zu 300.000 Passanten pro Tag. Inge Vogt mit ihrer Projetiv GmbH gehörte von Anfang an zu den Mitgestaltern und Managern der unterirdischen Edelmeile.

Kreativer Wirbelwind der Stachus-Passagen: die Münchnerin Inge Vogt

Mit Events und Contests brachte sie Leben auf die Boulevards. Der Fashion-Design-Contest oder der Stachus-Passagen-Cocktail-Contest wurden auch mit Hilfe der Dachauer Agentur Weimer & Paulus zu „Talks in Town“. Eine Millionenreichweite erzielte das Dackel-Orakel von Inge Vogt. Vor laufenden Kameras sollte ein Rauhaardackel auf der Passagen-Bühne den Sieger im ChampionsLeague-Finale erschnüffeln. Ebenso Aufsehen erregend: der Sky of Fame, Promi-Portraits an der Decke. Im März kamen zur Enthüllung Ottfried Fischer, Alfons Schuhbeck sowie die beiden Spider Murphies Günther Siegl und Barry Murphy. Moderation: ZDF-Star Karen Webb. Tja, und dann Corona, 1. Lockdown, 2. Lockdown. „Das macht mir den Abschied noch schwerer“, sagt die Chef-Organisatorin der bekannten Passagen. Nach 10 Jahren gibt sie zum 31.12. ihr Mandat ab. Vorher hatte Inge Vogt übrigens 13 Jahre lang die Shopping-Boulevards im Münchner Flughafen vermarktet. Also höchste Zeit, mal auf der Lieblingsinsel Sylt zu entspannen. Bei Rückkehr nach München gibt´s den ComStar 2020 – Gratulation!

ComStar 2020 „Münchner Mode“: Martina Koula.

Wenn´s um Münchner Modedesign geht, dann denkt man vielleicht an den Bogner Willi, an Escada oder MCM. Aber diese Marken spielten 2020 nicht groß auf. Und dieser emsige Axel Munz mit seinem Trachtenlabel Angermaier? Auch ziemlich gebremst wg. No-Oktoberfest. Also blicken wir ins Münchner Lehel. In einem kleinen Laden am Sankt-Anna-Platz werkelt seit drei Jahren die Schneidermeister-Tochter Martina Koula an Stoffen, Schnitten und Verkaufszahlen. Und das überaus erfolgreich, wie die Süddeutsche Zeitung sowie das IHK-Magazin berichteten.

ComStar-Siegerin Martina Koula mit neuem Mundschutz-Kragen

Mit ihren Röcken und den farblich abgesetzten 5-Kant-Taschen verzückt sie nicht nur die Ladies der Münchner Kommunikationsbranche. Zum 3. Geburtstag ihrer Marke „Lakoula“ kamen im Sommer Fan-Clubs aus allen Ressorts. Ihre Kommunikationsstrategie: Empfehlungs-Marketing (Mund-zu-Mund-Propaganda), regelmäßige Events im Mini-Shop (Rock-Festivals) und Newsletter. „Kostengünstig, aber sehr kreativ und fordernd“, urteilt die ComStar-Jury. Und Martina Koula liefert munter weiter: Frei nach dem Motto „jetzt geht´s dem Virus an den Kragen“, hat sie zuerst einen Masken-Mantel in die Kollektion gebracht und jetzt den Lakoula-Masken-Kragen. Das ist ein peppiger Textilüberzieher, der mit einem Reißverschluss über Mund und Nase geschlossen wird (Foto).
Den ComStar 2020 für Lakoula, einem modischen Gesamtkunstwerk!

Adidas, Mercedes und andere Sieger: Die ComStars 2020

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Im Corona-Jahr zeigte sich, wer gut ist in Kommunikation. Die ComStar-Jury bewertete aber nicht nur Kampagnen, sondern auch Worte und Taten. Herzliche Gratulation an die Sieger 2020 – Fortsetzung folgt.

ComStar 2020 Kategorie Hombre: Kasper Rorsted und Adidas

Die ComStar-Jury stellt fest: „Adidas ist eindeutig männlich.“ Der Ball, der Sieger, der FC Bayern und natürlich der Vorstands-Vorsitzende Kaspar Rorsted. Der war ja lange Jahre beliebtester CEO im Dax.

Durchtrainiert, erfolgreich, männlich: Adidas-Chef Kasper Rorsted

Und dann im April dieser leidige Mietskandal. Auch andere zahlten wg. Corona keine Mieten für geschlossene Läden. Aber wer kam an den Pranger: der Kaspar. Medienwirbel XXL. Als hätte man den Adidas-CEO in Jack Wolfskin erwischt. Der Sportchef taumelte kurz. Er ließ zwar die Mieten anweisen, vergaß aber die Sorry-Kampagne zu unterschreiben.
Vergessen. Jetzt wieder alles im Griff. Verkäufe und Aktienkurs steigen. Und selbst eine F.A.Z-Umfrage umdribbelt der Adidas-Chef lässig. Warum denn im Vorstand keine Frau sei? Rorsteds Antwort: Das Ziel, 2020 weltweit 32 % Frauen in Führungspositionen zu beschäftigen, sei mit 34 % übertroffen worden. Na also. Und nun freuen sich vereint alle Geschlechter im Adidas-Reich: Zu Weihnachten gibt´s für jeden der 60.000 Mitarbeiter*innen 1.000,- Euro Extra-Corona-Prämie. Frohes Fest und Gratulation zum ComStar 2020.

ComStar 2020, Kategorie Lebenswerk: Prof. Dr. Anton Meyer.

Als andere noch überlegten, wie man Oracle schreibt, analysierte er schon das Marketing der US-Marke. Der Münchner Univ.-Prof. Dr. Anton Meyer gehört seit 30 Jahren zu den wissenschaftlichen Pionieren der Marketing-Lehre und -forschung.

Turbo-Prof Anton Meyer: Seit 30 Jahren in der Marketing-Wissenschaft

Er ist ein Turbo-Prof: Ordinarius für BWL und Marketing an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), dazu hat er so viele Ämter und Auszeichnungen wie Jung von Matt „Goldene Löwen“. Eines von Meyers Glanzstücken: das alljährliche FMG-Marketing-Symposien an der Uni. Themen wie „Marketing 2040 – was kommt, was bleibt, was geht“, „Always ahead“ und „mit Tech & Touch die Zukunft gestalten“ lockten bis zu 700 Kongressbesucher ins Audimax. Auf der Bühne: Vorstände und CEOs aus allen Branchen und aus der ganzen Welt. Das letzte, das 46. (!) Symposium, stand im Sommer unter dem Titel „die Krise als Treiber des Wandels“. Leider nur Online wg. Corona. Dafür gibt´s jetzt den echten großen ComStar 2020.

ComStar 2020, Kategorie „glimmer twins“: Ola Källenius (Mercedes) und Oliver Zipse (BMW).

Die Münchner BMW-Welt im Olympiapark ist so was wie ein modernes Neuschwanstein. Nur zwei Kilometer entfernt steht der Mercedes-Tower, eine überdimensionale Speerspitze der Stuttgarter Autobauer. Zwei XXL-Markenzeichen im Dauerduell. Und trotzdem gab es jetzt eine schier unglaubliche Kooperation.

Oh Du Fröhlicher: ein BMW (li. oben) im Münchner Mercedes-Adventskalender

Das Mercedes-Team von CEO Ola Källenius („Ich bin umgeben von starken Frauen“ – Bunte) schenkte ein Tower-Schaufenster der Konkurrenz. Zur Vorweihnachtszeit bildet nämlich die Fensterfassade im Mercedes-Turm einen riesigen Adventskalender. Im Türchen Nr. 10: der neue Elektro-BMW iX3. Upsi!

Im Gegenzug ließ das Team um CEO Oliver Zipse („Das harte Regime des neuen BMW-Chefs“ – managermagazin) einen Elektro-Mercedes in die BMW-Welt, einen EQC 400. Der spektakuläre Platztausch soll für lokalen Handel werben. Für die ComStar-Jury ist das mehr, nämlich der Sieg in der Kategorie „glimmer twins“.

Fortsetzung folgt: Die neuen ComStars 2020

Eine Marketing-Queen im Kinderland

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Als Chefredakteurin der Zürcher „Werbewoche“ war Anne-Friederike Heinrich (45) die Print-Queen des Schweizer Marketings. Jetzt ist sie Kinderbuchautorin. Warum, wieso? Und was bitte ist ein „Mückebär“?

Erst Chefredakteurin, jetzt Kinderbuchautorin: Anne-Friederike Heinrich

Wie kommt man als Chefin einer renommierten Fachzeitschrift zum Kinderbuch?
Anne-Friederike Heinrich:
Mich faszinierte schon immer das Wunder, dass Kinder mit dem Lesen neue Welten entdecken. Ich hatte selbst dieses Schlüsselerlebnis. Doch meine Eltern wollten eine Tochter mit anständigem Beruf. Also erst Germanistikstudium, Volontariat und schließlich Chefredakteurin der Werbewoche.  Dazwischen kamen meine zwei Söhne Lukas und Martin auf die Welt … und da war sie wieder, die Faszination Kinderbuch!

Vermissen Sie nach 30 Jahren im Journalismus nicht die wichtigen Werbefiguren der Schweiz?
Heinrich: Überhaupt nicht! Mit den Persönlichkeiten, die mich fasziniert haben, stehe ich nach wie vor in Kontakt. Ich war ja auch bis Mitte November Vorstandsmitglied des Swiss Print Award. Vermissen tue ich nur ab und zu meinen leider verstorbenen Vorgänger als Chefredakteur bei der Werbewoche, Pierre C. Meier. Bei Pierre habe ich Entscheidendes gelernt: Dass ein guter Chef immer hinter seinem Team steht und dass man Ziele so lange verfolgt, bis sie erreicht sind.

Der Buchtitel der Ex-Chefredakteurin: 164 Seiten, 19,99 Euro.

Ganz ehrlich, haben Sie den Chefposten freiwillig geräumt?
Heinrich:
Seit der Geburt unserer Söhne war für mich und meinen Mann klar: Ich wollte keine Karrieremama sein, sondern Mamakarriere machen. Fünf Jahre Chefredaktion mit zwei kleinen Kindern waren genug. Ich blieb daheim. Ich wollte eine Mutter sein, die da ist, wenn man sie braucht – nicht, wenn der Terminkalender es zulässt.

Wo sehen Sie denn Parallelen zwischen Ihrer alten Marketing- und Ihrer neuen Kinderbuch-Welt?
Heinrich: Das Schreiben über Werbung und Marketing, das Konzipieren, Gestalten und Herausgeben von Magazinen hat auf den ersten Blick keinerlei Berührung mit meiner Kinderbuchwelt. Außer vielleicht, dass einem als Journalist manchmal Märchen aufgetischt werden. Wenn man aber ein Buch schreibt, ist es von Vorteil, wenn Zielgruppen, Kommunikation, Gestaltung und Design keine Fremdwörter sind. Diese Kenntnisse helfen mir nun bei der Vermarktung meines Buches. Und der Verkauf lässt sich gut an.

Die böse Herrscherin: Sie ist Gegenspielerin des kleinen Mückebär

Und um was geht´s in Ihrem Roman?
Heinrich: Ich will Kindern die Auswirkungen der Klimaerwärmung erklären, ohne sie zu belehren oder Ängste zu schüren. Der gummibärchengroße Mückebär will zusammen mit der knorrigen Eismöwe Edla den Winter zu den Polartieren  zurückholen. Aber eine böse Herrscherin hält den Winter gefangen. In einer Randspalte neben der Geschichte stehen die wichtigsten Fakten zum Klimawandel. Im Anhang gebe ich Tipps zum Klimaschutz.

Infos: „Mückebär und die Suche nach dem geraubten Winter“, Hardcover, 164 Seiten, ISBN-13: 9783752611359. 19,99 Euro, 28,50 CHF, auch als E-Book. Weitere Infos unter www.kinderbuch-afheinrich.com

Serviceplan goes Hollywood – beim 16. Innovationstag

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Oft ruckelt´s und zuckelt´s im Video-Chat: Nicht so bei der Münchner XXL-Agentur Serviceplan. Sie lieferte jetzt eine Online-Show im Hollywood-Format.

Vom Himmel hoch: Serviceplan-Chef Florian Haller auf dem Weg zur Erde

Einmal im Jahr lädt die Agentur Hochkaräter aus der Werbe-, Wirtschafts- und Kommunikationswelt zum Update nach München. Der Innovationstag ist so was wie das Oktoberfest – im besten Sinn. Es geht um Träume, Visionen, Unterhaltung und um neue Kontakte. Ein alkoholfreies Drei-Sterne-Arbeitsevent.
Den 16. Innovationstag verlegte Serviceplan nun ins Netz. Aber nicht einfach so. Dank der Co-Sponsoren (FAZ, AdAlliance und Salesforce) gab´s eine Filmperformance á la George Lucas. Gleich zum Start kam Agenturchef Florian Haller im animierten Lift vom Himmel auf die Erde (Foto oben). Dann ging´s für den Florian aufm Radl ins Münchner Studio. Hightech plus Bio-Bike – so ausgewogen war der Innovationstag selten.

Im Hightech-Studio: Moderator Wolfram Kons mit Gastgeber Haller (r.)

Die Serviceplaner präsentierten einen Showdown der Gigabites. Das Logo: Ein futuristisch konstruiertes Kuppelstadion (Foto). In den verschiedenen Innenräumen präsentierten dann die Vip-Gäste ihre Thesen:

Imposant und digital: Das Serviceplan-Stadion, in dem die Vips auftraten

Springer-Vorstand Christoph Keese sieht beispielsweise b2b als großen Zukunftstrend und warnt vor der eigenen Marktforschung. Die sei oft tückisch, weil sie bestehende Auffassungen einfach bestätige.
Zukunftsforscher Matthias Horx erklärte, dass sich gerade eine neue Welt zusammenfüge und lobte dabei die Damenwelt. Es seien die Frauen, die in der Mehrheit an bleibende Veränderungen glauben würden.
Die ehemalige dänische Premierministerin Helle Thorning-Schmidt, FAZ-Herausgeber Carsten Knop und ntv/RTL-Chefin Tanit Koch beschworen blumig den Wert des Journalismus – lieferten aber leider keine Schlagzeile.
Prof. Lars Feld, Vorsitzender der Wirtschaftsweisen, bestätigte: „Krisen transformieren eine Wirtschaft.“

Digitale Gäste in der Bayernkabine: Moderator Kons und Gerald Hüther (r.)

Es wurde nach London geschaltet, nach Zürich, Frankfurt und Köln. Neurologe und Bestseller-Autor Prof. Gerald Hüther bekam als Bühne die digital eingeblendete Kabine des FC Bayern und präsentierte dort den neuen Führungsstil der Manager. Wie kann man Mitarbeiter optimal motivieren? Der Prof: „Das geht nur über den Wohlfühlaspekt.“ Aber wie beim FCB müsse ein Gleichgewicht zwischen fordern und fördern bestehen.

„Ich liebe Serviceplan“

Fast fünf Stunden lang lief die People-Show im Hollywoodformat, moderiert vom RTL-Journalisten Wolfram Kons. Der war selbst begeistert vom ungewöhnlichen Sendeformat und meinte abschließend: „Mein Gott, ich liebe Serviceplan.“ Nicht ganz so euphorisch, aber positiv haben Hunderte von Zuschauer die Agenturperformance bewertet.

Vielleicht ein Signal an Münchens OB Dieter Reiter, die Arbeit von Europas größter eigentümergeführten Werbeagentur mal zu würdigen. Frei nach dem Motto: „München hat nicht nur den erfolgreichen FC Bayern…“

Spiegel online gibt´s nicht mehr – und trotzdem läuft´s

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Beim VDZ-Summit berichtete Spiegel-Chef Stefan Ottlitz über die neuen Strategien einer Online-Erfolgsstory.

Denn was viele gar nicht recht mitbekommen haben: Spiegel Online gibt´s als Marke nicht mehr. Ohne großen Trommelwirbel verschwand der Begriff „Online“. Das Portal heißt nun ganz einfach „der Spiegel“, so wie das Printmagazin. „Was mich gewundert hat“, so Stefan Ottlitz, Geschäftsführer der Spiegel Gruppe, „niemand hat gefragt, warum aus Spiegel Online plötzlich der Spiegel wurde.“ Für den Verlagsmanager ein klares Zeichen für die Stärke seiner Marke. Egal was drübersteht.

Stefan Ottlitz: Gelernter Journalist und seit Sommer in der Spiegel-Geschäftsführung

Beim digitalen Summit des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) stellte Ottlitz die neue Online-Strategie des Spiegel vor. Dreh- und Angelpunkt sei das Selbstbewusstsein der Marke: „Wir stehen für Qualität und Qualität hat ihren Preis.“ Wer oder was nicht auf die Marke Spiegel einzahle, sei überflüssig. Deshalb auch die Einstellung des Jugendformats „Bento“. Der Hamburger Verlag will nun mit „Spiegel Start“ die Zielgruppe 18 – 30  markenkonform ansprechen.

Guck mal: Der Spiegel im Netz hat Online gestrichen

Auf den ersten Blick sprechen die Zahlen nicht unbedingt für die neue Online-Strategie. So rutschte das Spiegel-Portal im April im Klick- und Reichweitenvergleich auf Platz 5. Nach bild.de, t-online, n-tv und Focus. Aber Ottlitz hält nichts von einer Klick-Ralley: „Für uns steht Erlösoptimierung vor Auflagenoptimierung.“ Wichtiger sei die Lesedauer pro Text. Noch wichtiger: Die hohe Akzeptanz der Premiumpreise. Es gehe um Qualitätsjournalismus, der sehr wohl honoriert werde. Ottlitz: „Ich halte nichts von Gratisangeboten. Bei uns haben die Leser für Qualität ihr monetäres Votum durch Abos abgeben.“

Und noch ein Punkt aus der Ottlitz-Online-Strategie: „Print bitte nicht abschreiben.“ Print und Online seien keine Gegner, sondern Verbündete. Zusammen stehe man für Premium.

VDZ-Vize Philipp Welte: „Wir sind ein Bollwerk gegen die Lüge.“

Auch Burda-Vorstand und VDZ-Vize Philipp Welte sieht im Qualitätsjournalismus ein Wachstumspotential für die Zukunft. Denn: „Die Wahrheit verliert dramatisch an Bedeutung. Wir sind ein Bollwerk gegen die Lüge.“ Aber von Presse-Subventionen will Welte nichts wissen: „Unsere freie Presse ist frei und kein Spielball von irgendwelchen Interessen.“ Über Produktqualität und damit über Auflage entscheide einzig und allein der Konsument: „Das ist der natürliche Maßstab.“

Das große Problem der Verlage sei allerdings die Zustellung – und damit die Portokosten. Das Staatsunternehmen Post behandle, so Welte, den Journalismus durch Portoerhöhungen restriktiv. Diese Entwicklung müsse gestoppt werden und deshalb der Dialog mit Konzern und Regierung intensiv fortgeführt werden.

Penny, Hertha und bett1 – Sport-News digital

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Endlich! Erstmals nach dem Lockdown traf sich die Sportmarketing-Branche zum Kongress. So richtig face-to-face.

„Mit einem umfangreichen Hygienekonzept ist es uns gelungen, alle Genehmigungen zu erhalten“, freut sich Hans-Willy Brockes, Chef von ESB Marketing Netzwerk, dem Veranstalter. Aber: Statt 400 Teilnehmer durften nur 140 zum 8. Digital Sports-Kongress ins Berliner Luxushotel Steigenberger.

Warum nicht einfach nach München umgezogen, Herr Brockes?

First mover: Hans-Willy Brockes, stolzer Gastgeber des 8. Digital Sports-Kongesses

Brockes Statement: „Für die Digitalisierung des Sports sind wesentlich mehr spannende Start-Ups und Unternehmen in Berlin als in München.“

So mussten die Marketingmanager aus dem Süden, wie Dirk Huefnagels von der HypoVereinsbank, Pia Schörner von BMW oder Stephan Zoll von Signa, rauf nach Berlin.
Und es gab in der Tat interessante News aus der Branche:

• Gernot Tripcke, Chef der Deutschen Eishockey Liga (DEL) berichtete über aktuelle Pläne mit dem neuen Naming-Right-Partner Penny. Die Liga heißt nämlich ab der kommenden Saison Penny DEL. Neben Lidl im Radsport ist damit der zweite deutsche Discounter im Profisport-Sponsoring gelandet.
 

Eine digitale Revolution in der Leichtathletik vermeldete Andreas Hediger, Co-Meeting-Direktor von Weltklasse Zürich im Letzigrund. Bei seinen Inspiration Games während des Lockdowns starteten jeweils drei Athleten zeitgleich in verschiedenen Zeitzonen und Stadien. Elektronisch synchronisiert durch den Lichtblitz der Startpistole sah man die Stars gleichzeitig auf dem Bildschirm. 100 Länder übertrugen live das Event.

• Wie kommt der Matratzen-König bett1 inmitten der Corona-Krise plötzlich zum Tennissponsoring? „Ganz einfach“, berichtete bett1-Chef Adam Szpyt, „beim Gassigehen. Ich stand in Berlin vor dem verlassenen Steffi-Graf-Stadion und dachte, da muss was passieren.“ Zusammen mit Edwin Weindorfer von der Emotion Group realisierte Szypt die bett1 Aces, ein Rasenturnier im Graf-Stadion und ein Hartplatzturnier in Tempelhof. Viel Electronik ( 360-Grad-Digitalbanden, Hawk Eye und Drohen), großes Echo (34 TV-Sender). Spiel, Satz, Sieg. Jetzt will bett1 Tennis in 400 Berliner Schulen bringen.

Nicht ganz so angenehm war der Kongressauftritt für Daniel Schmid, Head of Brandmanagement bei Hertha BSC. Denn der sollte begründen, warum´s beim „ältesten Startup Berlins – seit 1892“ nicht so richtig läuft. Trotz Millionen-Investments kommt der Bundesligist nicht auf Touren. Schmid: „Wir praktizieren eine positive Fehlerkultur, frei nach unserem Claim we try, we fail, we win.“

Und das kennen wir ja irgendwie aus der Münchner Fußballwelt …

Lakoula – Lichtblick am Münchner Modehimmel

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60 Münchner Promi-Ladies entzückt: Beim 3. Geburtstag der Modemarke waren sie Kunden, Fans und Modells.

Selbst ein tropischer Wolkenbruch konnte die Stimmung nicht abkühlen. Der 3. Geburtstag der Münchner Modemarke Lakoula war ein gelungenes Straßen- und Ladenfest. Klangwolke inklusive. Sopranistin Julia Stextl schmetterte spontan und ohne Mikro ein paar Arien von Puccini.

Im Lacoula-Move: Petra Penzinger und Birgit Ströbel

Die farblich abgesetzte 5-Kanttasche ist das Markenzeichen der Designerin Martina Koula. PR-Lady Petra Penzinger zeigt sich kess in Lakoula-Rot. Birgit Ströbel, Business-Couch und ImmoScout-Gründerin, kam im lässigen Streifenlook und überraschte mit einem süßen Geburtstagskuchen.

Abstand kreativ: Ein Tipp von BMW-Projektleiterin Ilona Libal

Ausgelassene Stimmung mit sprudelndem Valdo im Becher. Besonders gut drauf: Ex-Serviceplan-Pressechefin und aktuelle Handwerker-Queen Christiane Wolff. Sie war eine der ersten Fashionistas und sorgte für Markenbekanntheit (10 Lakoulas im Schrank). Warum so fröhlich, Frau Wolff? „Wir sind morgen auf Seite 1 der Abendzeitung und in der Beilage mit Anzeigen.“ Crafty heißt ihr Startup, das vom Maler bis zum Elektriker eigene Handwerker im Einsatz hat (ServiceTel: 089/59 999-760).
Vanessa Haumberger, die Chefin für politische Beziehungen am Flughafen München, war während der Party mehr vom präsentierten Modehandwerk begeistert: „Die Stoffe sind phantastisch, die Schnitte perfekt. I love Lakoula.“

Hund guckt weg: Stargast Veronika Ferres mit Modedesignerin Martina Koula

Stargast bei der bayerische Fashion-Show am St.-Anna-Platz war Veronika Ferres. Die Schauspielerin kam im Mini Cooper, ohne Tüchterchen Lilly, dafür mit White Terrier. Designerin und Film-Star kennen sich seit 30 Jahren – aus der Falckenbergschule. Wiedersehen mit Freudentränen. Und die Vroni bestellte gleich ihr erstes Lakoula-Modell. Ein Nadelstreifenkleid. Sie will es bei den Salzburger Festspielen ausführen.

Süß & lecker: die Happy-Birthday-Torte zum Fashion-Event

„Super war´s, das Festl“, meinte Ehrengast Heiner Koula. Er ist 89, Schneidermeister und stolzer Papa von Designerin Martina. Mit dem Lageraufkauf einer italienischen Jersey-Manufaktur legte er den Grundstein für die Modekarriere seiner Tochter. Und die Marke läuft, weil sie sympathisch und authentisch ist.
Nach drei Jahren ist Lakoula perfekt positioniert in der einstigen Modehauptstadt München…

Hotel-Revoluzzer Kohler bucht ZDF-Glücksmomente

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Die Branche taumelt. Nicht so Korbinian Kohler, der Chef vom Tegernseer Hotel Bachmair Weissach: Seine TV-Kampagne bringt erste Erfolge.

Marketing gegen die Corona-Apathie: Hotelier Korbinian Kohler

Das Hotel am berühmten München-Spot Tegernsee gehört zu den besten Häusern in Deutschland. Der Mix aus modernem Design und Tradition lockt Gäste aus der ganzen Welt an den Alpensee. Vor zehn Jahren eröffnete Korbinian Kohler das aufwändig ausgebaute Erholungs-Ensemble (141 Zimmer). Mit cleveren Marketing, einem XXL-Spa und dem Erwerb des Lifestyle-Hotels Bussi Baby (Key Visual ist König Ludiwg mit Sonnenbrille) hatte er sich schnell das Prädikat „Hotel-Revoluzzer“ erarbeitet.

Der König als lässige Werbefigur für Kohlers Lifestyle-Hotel Bussi Baby

Und nun also eine TV-Kampagne. Im ZDF. Zur Primetime, nach den Heute-Nachrichten. Fernsehwerbung für ein einzelnes Hotel – das gab´s bisher selten im Öffentlich/Rechtlichen. Haben Sie im Lotto gewonnen, Herr Kohler? „Nein, aber nach dem Eingesperrtsein ist eine Explosion der Lebensfreude spürbar. Wir bieten dieser Sehnsucht ein wunderschönes Domizil.“ Außerdem gehe es auch darum, in der Krise die Wertigkeit seiner Marke aktuell zu positionieren.

Ein Blick ins Paradies: Der Tegernsee im ZDF-Werbespot

Bis Mitte Juli läuft die Bachmair-Weissach-Kampagne im Zweiten. „Wir haben den Spot relativ schnell produziert. Inhouse, in Zusammenarbeit mit dem ZDF“, sagt Kohler. Der Claim: „Glücksmomente dauern im Bachmair-Weissach einfach ein bisschen länger“.

Die zu erwartende Gesamtreichweite liegt bei gut 20 Millionen Kontakten, haben die TV-Vermarkter errechnet. Dazu Torsten Macel, Verkaufsleiter Süd beim ZDF Werbefernsehen: „Der TKP liegt bei unter 3,- Euro und damit schlagen wir Audio um Längen.“

Sonne, Pool und dahinter die Berge: das Luxus-Hotel vor den Toren Münchens

Macel sieht in der Bachmair-Weissach-Kampagne ein Beispiel einer immer stärker werdenden „Renaissance der Qualitätsmarkenwerbung“: „Starke Marken platzieren sich aktuell immer mehr in einem seriösem, glaubwürdigem Redaktionsumfeld. Und das bieten wir beim ZDF.“

Erste Werbeerfolge vermeldet das „TV-Hotel“ vom Tegernsee. „Die Zugriffe auf unsere Homepage sind nach den Spots um einige Tausend pro Stunde gestiegen“, berichtet Hotel-Chef Korbinian Kohler.
Neue Glücksmomente also am Tegernsee, schon wieder…

Die ganz neuen Seiten des ADAC

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Guck mal, was da um die Ecke kommt: die neue ADAC-Motorwelt – und wir wundern uns.

Die headline-Redaktion hat die 100 Seiten der 1. Ausgabe durchgecheckt: Nein, es gibt´s im neuen ADAC-Clubmagazin keine Treppenlift-Anzeigen mehr. Die Motorwelt war früher das Schaufenster dieser Indoor-Maschinen. Wer da auftauchte, der hatte big business im Sinn: Die Anzeigenseite kostete immerhin 116.800,- Euro.

Dallmayr auf der U4, Ex-Focus-Redakteur Andreas Haslauer als Titelboy und -schreiber: die neue ADAC-Motorwelt

Die Anzeigenpreise sind gefallen, ebenso die Auflage der Motorwelt. Von 13,7 Millionen auf 5 Millionen Exemplare. Und: das Heft gibt´s nur noch 4x im Jahr. Da werden Deutschlands Postboten jubeln. War doch so Mancher zum Monatswechsel auf seinem gelben Postradl reif für den Abschleppdienst. So schwer war der Magazinstapel der in die Briefkästen musste. Aus, vorbei. Jetzt gibt´s das Club-Magazin im Supermarkt. Bei Edeka, bei Netto und in den ADAC-Geschäftsstellen. Selbst geholt ist frisch gespart.

Packende Dynamik im neuen Club-Magazin des ADAC

Mit der alten Motorwelt ist das letzte Machtsymbol aus dem ehemaligen ADAC-Imperium verschwunden. Heimlich, still und leise. Damals gab es nicht nur Europas größte Magazinauflage mit knapp 14 Millionen, sondern ein XXL-Zusatzgeschäft: Campingführer, Skiatlas, Reiseführer, Länderspecials. Der ADAC hatte die Luft-, Land- und Stammtischhoheit in der Automobilrepublik.

Im Januar 2014 begann der Zusammenbruch des Reichs. Die beiden Redakteure Uwe Ritzer und Bastian Obermayer beschrieben in der Süddeutschen Zeitung Schummeleien im Ranking des „Goldenen Engels“. Der „Engel“ war bis zu diesem Jahr die alljährliche Top-Gala der internationalen Automobilindustrie. Da saßen die Big Bosse in der ersten Reihe und wollten gewinnen (Foto).

Das war einmal: Der ADAC rief und die Garde der Bosse saßen ganz vorn

Mit dem Skandal brach ein PR-Tsunami los. Der ADAC war mit einem Schlag keine Lovebrand mehr. Batterieverkauf, Abschleppdienst Versicherungen, Mitgliederwerbung – überall wurde Betrug gewittert – und geschrieben. Die Vereinsführung beschloss neue Strukturen und trat zurück. Die Staatsanwaltschaft ermittelte. 320.000 Mitglieder verließen den Club. Dafür kamen 370.000 neue Mitglieder dazu.

Und wer musste eigentlich in der Gelbengel-Affäre vor Gericht? Oder ins Gefängnis? Niemand. Fall erledigt.

Promis in Heft 1: Neben James Bond auch Motorrad-King Valentino Rossi

Heimlich, still und leise verschwand nun die alte Motorwelt. Das Relikt vergangener Machtfülle. Das neue Clubmagazin gibt´s jetzt neben Brokkoli und Schweinswürstl beim Edeka. Und so mancher Autoboss denkt heute bestimmt wehmütig an die „Elefantentreffs“ in der Allerheiligen Hofkirche zu München. Den „Gelben Engel“ gibt´s seit 2014 nicht mehr. Aber auch kaum einer der CEO von damals ist heute noch im Amt.

Der Club selbst steht übrigens prächtig im Saft: Heute sind 21 Millionen Deutsche Mitglied beim ADAC.  

Serviceplan verliert den Chef der „Schweizer Garde“

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Christian Baertschi, Mitgründer und Chef der Schweizer Serviceplan Gruppe, verlässt das Haus.

Ausgerechnet zum 50. Geburtstag von Europas größter inhabergeführter Agentur (Umsatz 442 Mio €) muss der Münchner Hauptgeschäftsführer Florian Haller den Abgang eines erfolgreichen Länderchefs verkraften. Zum 31. Mai gibt Christian Baertschi alle Führungsämter der Serviceplan Group Switzerland AG ab.

Immer freundlich: Christian Baertschi bei der Gala zum „Marketeer of the Year“ in Zürich

Die Fachjournalie wertet den prominenten Abgang als „Paukenschlag“ und „Erdbeben“. Denn Baertschi hat die Schweizer Serviceplan in sieben Jahren von Null auf Hundert gebracht. Mit zehn Mitarbeitern gestartet, sitzen heute im Zürcher Haus der Kommunikation 130 Werbespezialisten. Baertschis Kunden machten sich gut in der Zentralkartei der Münchner Hauptverwaltung: Credit Suisse, Migros Industrie, Swisscom oder der Elektro- und Roboterkonzern ABB.

Made in Serviceplan Swiss: Hauptsponsoring und Grossauftritt von ABB in der Formel E

Der 50jährige Schweizer passte perfekt in die Welt von Serviceplan: lieber leise als laut, aber für die Kundschaft nur das Beste. Frei nach diesem Motto holte die Schweizer Serviceplan beispielsweise einen Euro Effie mit der internationalen Robbie-Williams-Kampagne für Cafe Royal. Den zweiten „Europapokal“ gab´s für die ABB-Kampagne rund um die Formel E. Dazu kamen ADC-Medaillen, Cannes-Löwen, der Edi und die Marketing Trophy.

Was bleibt im Rückblick? Zum Beispiel die neue Swiss Life-Eishockeyarena in Zürich. Nach zehn Jahren Hickhack hatte die Serviceplan-Kampagne „Jeder ist ein Schlüsselspieler“ die Stimmung gedreht. 2022 soll nun der Megakomplex eingeweiht werden.

„Ein Prosit auf mein Team“: Christian Baertschi beim hauseigenen Oktoberfest in Zürich

Zudem holte die Baertschi-Truppe zusammen mit ABB nach 63 (!) Jahren wieder ein Autorundstreckenrennen in die Schweiz. Mitten in Zürich startete 2018 die Formel E.

Was sicherlich bleibt, ist auch der von Christian Baertschi  initiierte „Marketeer of the Year“. Eine prominent besetzte Jury (u.a. mit Matthias Ackeret, Chef  von „persönlich“, Peter Felser, Felser Brand und Uwe Tännler vom Swiss Marketing Forum) kürte Schweizer Marken und ihre Macher (z.B. David Allemann von der Sportmarke On und Carl Eisener vom Kult-Messerli Victorinox). Mit der Marketeer-Initiative sollen „kantonale- und Branchen-Abgenzungen“ überwunden werden.


Aus der Münchner Zentrale kam Dank an den baldigen Ex-Chef, verbunden mit der Hoffnung auf freundschaftliche Verbundenheit.

Baertschi selbst will nach einer Familienpause eine neue „strategisch ausgerichtete“ Tätigkeit übernehmen. Pam Hügli wird neue CEO und Partner bei Serviceplan Suisse, Markus Noder wird neuer Chef des Verwaltungsrats und Paul Serrat Kreativchef.

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