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Olympiabewerbung München

Nach München-Sieg: Olympiafieber im Marketing

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Indien, Katar, Istanbul, oder auch Madrid, London und Budapest – das sind die mutmaßlichen Gegner Münchens im Kampf um die Sommerspiele ab 2036. Aber schon jetzt sind deutsche Agenturen und Chefetagen im Olympiafieber.

München-Sieg in Baden-Baden: 91 : 50 gegen Köln-Rhein-Ruhr

Es geht um die mögliche Markenpräsenz in der Welt-Sportstadt München. Denn die Bayern gehören zu den weltweit attraktivsten Sportstätten (Platz 9 im kürzlich publizierten internationalen Ranking von Burson). Da ist New York auf 1, Köln gar nicht in der Wertung. „München hat internationale Strahlkraft, die es jetzt zu nutzen gilt“, sagt Jan Runau vom Projektteam Olympia des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV).

Arbeitet ehrenamtlich für Olympia: Jan Runau

Im deutschen Olympia-Pool der Sponsoren sind aktuell 5 Marken: Adidas, Sparkasse, Allianz, Edeka und Citroen. Sie dürfen noch bis 2028, bis Olympia in Los Angeles, mit den berühmten Ringen in Deutschland werben und auftreten.

OlympiaJA: Das Logo der Münchner Bewerbung

Sollte München die Bewerbung gewinnen, wird die Anzahl der deutschen Sponsoren steigen. Denn schon jetzt unterstützen über 40 Unternehmen in einer nationalen Wirtschaftsinitiative die deutsche Olympiabewerbung.

Die Plakate zur Münchner Volksabstimmung: 66,4 % stimmten für Olympia

Bei den Spielen gibt es keine Bandenwerbung, keine Aufsteller – und trotzdem ist ein Auftritt im Umfeld begehrt. Wer über 200 Millionen Dollar im Budget hat, der macht sich über das Top-Programm des IOC zum Global Partner der Olympischen Spiele. Für 4 Jahre, weltexklusiv, mit Konkurrenzausschluss. In diesem internationalen Elitekreis ist aus Deutschland bisher nur die Allianz (bis 2032). Toyota, Panasonic und Intel haben den Sponsorentrupp nach den Pariser Spielen 2024 verlassen. Da wären also Plätze frei, z.B. für die Sparte Automobil.

„Olympia als Leitstern“: Hans-Willy Brockes, Chef des internationalen Marketingnetzwerks ESB

„Die Münchner Bewerbung kann für unsere Gesellschaft zu einem Leitstern werden“, sagt  Hans-Willy Brockes, der Chef des Marketing-Netzwerks ESB. Psychologisch sei das wie ein Schlussstrich unter einer langen Rezession.

Söder und 3 Botschafter für München

Für die internationale München-Promotion hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schon mal drei Prominente ins Spiel gebracht. Tischtennis-Superstar Timo Boll, Weltmeister Manuel Neuer und Basketball-Idol Dirk Nowitzki sollen Olympia-Botschafter werden.

2027 wird es eine erste Vorentscheidung für oder gegen Olympia in München geben…

Olympi-JA oder was?

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„Jubelschreie und Ruhezonen“, “ewige Helden und bleibende Bauten“ – wer soll diese Botschaften verstehen? Antwort: das Münchner Volk. Denn das soll sich am 26. Oktober für eine Olympia-Bewerbung entscheiden. headline1 hat sich schon jetzt entschieden – für einen Marketing-Check.

„Grünflächen“ – so der Plakattitel der Agentur „Zum goldenen Hirschen“

Die Ausgangslage:

Unklar für welches Jahr München überhaupt antritt: 2036, 2040 oder 2044. Klar ist nur: Hamburg, Berlin und Rhein-Ruhr wollen auch. Aber ohne Zustimmung der jeweiligen Regionen geht gar nix. Politisch brisant, kommunikativ eine Herausforderung. Am 26.10. geht´s an die Wahlurnen.

Das Minenfeld:

Gleich 3 Delegationen sitzen im Orga-Büro: Bayern, die Stadt München und der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV). Wer mit wem? Wird sich zeigen. Immerhin schaffte BLSV-Präsident Jörg Ammon einen plakativen Verweis auf das Olympia-Bewerbungslogo (Foto).

Für Olympia (v.l.): Jan Runau (Adidas, z.Zt. Krankenhaus wg. Radlsturz), Rodel-Champion Felix Loch, DLSV-Chef Jörg Ammon und Para-Siegerin Denise Schindler

Der Auftritt

Im Olympiastadion inszenierte sich die bayerische Polit-Prominenz: MP Markus Söder, Minister Joachim Herrmann und OB Dieter Reiter. Dazu ein paar Sportstars. Für den Lokalkolorit sorgte Dirndl-König Axel Munz mit Models im Schlepptau, sowie 2 berittene Polizisten.

Sicherheit bei der Stadion-PK: 2 Polizeibeamte der Reiterstaffel

Die Botschaften:

Es gab ausnahmslos Pro-Olympia-Statements und für alle ein blaues Stoffbandl fürs Handgelenk. Sonst wenig. Kein Film, kein Modell, keine Vision, keine Bewirtung. Stattdessen ein Flyer, der an einen Märchenpark-Lageplan erinnert und Plakate mit viel Text & Bild. Verantwortlich: die renommierte Agentur „Zum goldenen Hirschen“ (Obi, Aldi, Media Markt).

An Stehtischen im Olympiastadion: die Prominenz bei der Bewerbungsverkündung

Das Fazit:

Ein Event, das brav über die Bühne ging – und von der Presse ebenso brav begleitet wurde. Nun sollen Info-Stände beim FC Bayern und beim TSV 1860 für weitere Zustimmung sorgen. Ob die Münchner:innen damit überzeugt werden? Schaumermal. Eher erinnert man sich an Otl Aichers klare Olympia-Designs von 1972 – ikonisch, zeitlos, verständlich. Vielleicht kommen ja nach der Bürgerbefragung am 26.10. neue Plakatmotive…

Heute Sammlerstücke: Münchner Olympiaplakat von 1972
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