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Audi in der Formel1: eine Geisterfahrt?

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„Den Letzten beißen die Hunde.“ Dieses Sprichwort gilt in der Formel1 nicht immer. Wer geschmeidige Headlines liefert und seine Marke strategisch powert, der muss nicht unbedingt aufs Siegerpodest. Ganz weit weg vom Podest ist in diesem Jahr der Newcomer Audi. Nach nur zwei Rennen befürchten Insider: Audi F1 wird zum Geisterfahrer.

F1-Newcomer Audi: Rote Ringe über rotem Seitenkasten

Mit über 820 Mio TV-Fans ist die Formel 1 heute die größte Sportserie der Welt. Immer mehr Big Brands, wie zuletzt Louis Vuitton, American Express und Microsoft fahren deshalb mit. Das bringt Bekanntheit. Noch besser: eine nachhaltige emotionale Verbindung zwischen Marke und Sport. Weltweit.

Seit 2025 als Seriensponsor groß im Bild: Luxuslabel Louis Vuitton

Der deutsche Formel1-Markt leidet noch immer an der Schumi-Depression: Die Serie läuft nur noch im Pay-TV (3-4 x auf RTL), keine Rennen mehr in Hockenheim und auf dem Nürburgring, keine German Siegfahrer. Aber der Rest der Welt guckt fasziniert zu und jubelt z.B. für Mercedes.

Siegermarke Mercedes: Autor Peter Ehm mit F1-Modell 2021

Die Präsentationen der neuen Autos sind in jedem Jahr mediale Großereignisse. Da lassen etablierte Rennställe Sondermaschinen mit Gästen einfliegen. Red Bull produziert eine eigene TV-Show, die mehrfach läuft. Dagegen war die Audi-Präsentation eher „bayerisch“. Dicke Backen, wenig Aufregendes. Über Bild ließ man verlauten: „In zwei Jahren sind wir Weltmeister.“

Start frei in China: Audi-Pilot Nico Hülkenberg mit Paulaner auf dem Helm

Darauf freut sich bestimmt auch der Hauptsponsor des neuen Rennstalls: Revolut. Das ist eine seit 2015 in London ansässige internationale Neobank. Nach eigenen Angaben sehr erfolgreich (weltweit 65 Mio Kunden, 2,1 Mrd € Umsatz in 2023).

Leuchtendes F1-Display zeigt die neue Audi-Partnerschaft an

Was sind die Ziele, die Revolut mit Audis Formel 1 erreichen will? Wie ist die Kommunikations-Strategie? Vorstand Martin Gilbert sagt dazu nichts. Auch Co-Gründer Nikolay Storonsky war nicht erreichbar. Jedenfalls blieb der Fragenkatalog von headline unbeantwortet. Revolut hat übrigens Werbeflächen am Münchner Flughafen gebucht und einige Skilift-Masten in Österreich. Aber bringt das Sport-Spirit in die Marke?

Revolut auf der Piste: Markenklarheit? Fehlanzeige

Nach 2 Rennen ist Audi mit Revolut abgeschlagen. Nur selten im TV-Bild, nur 2 Punkte erreicht. Die Tabelle führt Mercedes mit 98 Punkten. Nach dem Grand Prix von Japan, am 29. März, sind erst mal 5 Wochen Pause. Rennabsagen wegen des Kriegs.

Aktuelle Revolut-Kampagne am Münchner Flughafen. Nix F1

5 Wochen, um die Audi-Batterien und den Rest auf Vordermann zu bringen. Nur eine Marke macht mit Audi/Revolut schon ganz gute Geschäfte. Das ist der Adidas. Man verkauft in den großen Shops das Audi-F1-Merchandising. Gleich daneben: der exklusive Mercedes-F1-Fanshop. Die 3-Streifen-AG hat nämlich beide deutschen Formel1-Teams unter Vertrag (wie berichtet).

The big happening of Sport-Biz

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Das war ein grandioses Comeback: Zwei Tage war München mal wieder Zentrum des europäischen Sport-Business. Das Netzwerk ESB hatte zum Kongress „Sport, Marke, Medien“ geladen. Nach über 10 Jahren Pause. ESB-Chef Hans-Willy Brockes nach dem Kongress: „Das war ein Schlüsselevent.“

Comeback in München: ESB-Kommandant Hans-Willy Brockes

Es waren wirklich (fast) alle da, die im Milliardenspiel des Sports mit von der Partie sind: CEOs wie Puma-Chef Arne Freundt, Kerstin Lutz (Billie Jean King Cup) und Christian Seifert (Ex-DFL, jetzt Dyn Media). Mit dabei auch die Big-Sponsoring-Spender wie Lidl, Cupra, Bitpanda, Bora und Schöffel sowie Clubs und Verbände wie die Juventus Turin, NFL, der DFB, Laliga, Swissski, Alba Berlin und die Formel E; dazwischen Agenturen, Veranstalter und Medien (SID, ZDF, Eurosport, Sky und SportBild).

Gefragter Gesprächspartner: Insider: Carsten Schmidt, Ex-CEO von Sky

Mit 800 Besuchern hatten die Veranstalter gerechnet. Es wurden 1.400 und 200 Marken! Allein die Teilnehmerliste umfasst 31 DIN-A4-Seiten. Feeling: wie bei einem XXL-Klassentreffen.

Das Sport-Investment-Panel mit Carsten Schmidt (r.), Johannes Ruppert(Investment Prinzipal), Michael Meeske (VfL Wolfsburg), Dr. Jochen Lösch (JL Sports Investment) und Lukas Seiler (FullCourt Sports & Media)von Fotografin Gabriele Griessenböck gut ins Bild gesetzt

Für den FC Bayern so was wie ein Heimspiel. Im Münchner Messe-Getümmel gesichtet: Bianca Rech (Direktorin Frauenfußball), Stefan Mennerich (Director Media & Communications), Ex-Vorstand Jörg Wacker. („ich bin jetzt Privatier“) und Sprecher-Legende Markus Hörwick. Der ehemalige Bayern-Mann war übrigens auch mal bei Adidas. Aber von den „Drei Streifen“ fehlte beim Kongress jede Spur.

Ein Kongress-Highlight: Vereins-Präsident Roland Bischof (r.) ehrt Österreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick als „Fußball-Botschafter des Jahres.“ Damit ist auch ein Preisgeld an die Ralf-Rangnick-Stiftung verbunden. Die Berliner Botschafter-Initiative hat bisher 40 Sportprojekte in aller Welt gefördert

„Unser Ziel war es, die gesamte Breite des internationalen Sports abzubilden. Nicht nur den Fußball“, so ESB-Manager Patrick Seitter. Von Olympia, Sponsoring, E-Sports und Rechtvergabe bis hin zu Paddel und Breakdance – die Beiträge der 260 Speaker und Bühnengäste hätte für ein ganzes Hochschulsemester gereicht.

Prominenter Gast: Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg mit Wolfgang Berchtold, dem Chef der Spiele-Agentur eo ipso (Philipp-Lahm-Sommercamp)

So waren es nur zwei Tage, die im Umfeld und mit Unterstützung der Sportartikelmesse ISPO stattfanden. „Mit dem Kongress haben wir einen neuen Branchengipfel“, freute sich Tobias Gröber, Head of ISPO Group. Freude, die der ISPO gut steht, hat doch die Messe in der Vergangenheit an Breitenwirkung und Bedeutung Federn gelassen.

2 x Sportinside: Anwalt Guido Kambli (Kanzlei Bay) mit Reporterlegende Bela Rethy (r.)

Beim launigen Talk auf dem Kongressparkett gesichtet: Moderator Werner Starz mit seinen Ex-Kollegen von Eurosport, Jochen A. Rotthaus, der als Ex-GF von Bayer Leverkusen, Hoffenheim und Stuttgart viele Freunde begrüßte und Multi-Agentur-Mann Ralph Fürther, der von seiner Traumhochzeit im Moarhof am Samerberg schwärmte. Die historische Location gehört übrigens Wolfgang Kuffner, dem Sponsoring-Experten und Geschäftsführer von Erdinger Weißbräu.  

Hoch die Tassen: Beim Kongress feierte die ESB ihren 30. Geburtstag. Das „Bier-Wagerl“ für den Jubilar Brockes hatte übrigens Wolfgang Berchtold (eo ipso) organisiert

Das Münchner Sport-Biz-Comeback war ein schillernder Treff der internationalen Branche. Ergebnis: drei Sterne. Nicht nur wegen der Käfer-Verpflegung. Am Buffet gesichtet: u.a. Daniele Lunazzi (Juventus Turin), Jessica Weber (Allianz), Peter Morgan (AC Milan), Janina Agostini (Red Bull), Zana Koval (BMW), Jörg Polzer (Infront), Ralf Koch (1. FC Köln), Christian Pirzer (Tridem), Philipp Schneider (YouGov), Simon Papendorf (DTB), Marco Parroni (Julius Bär), Nikolaus Hepp (Paulaner), Jaime Navarro (LaLiga), Georg Hocheder (TSV 1860), Philipp Kämpf (Würth), Philipp Konnereth (Olympiazentrum Vorarlberg), Martin Tomczyk (Abt), Thomas Rohregger (Lidl), Harald Schreiber (Mammut), Oliver Simon (ADAC), Alexander Laux (Funke Medien), Jens Kirsch (YouTube) und Manuel Kirschey (Deutscher Alpenverein).

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