Marketing-Coup im Zillertal: das Lederhos´n-Wedel-Finale
Stimmung wie auf dem Münchner Oktoberfest. Nur 150 km weiter südlich, auf 2400 Metern Höhe: Wir sind im Zillertaler ArenaStadl, inmitten von tanzenden und schunkelnden Trachtlern. Willkommen beim Lederhos´n-Wedel-Finale in Zell am Ziller.

Bereits zum 12. Mal feierte die Zillertal Arena vom 12. bis 14. April ihr legendäres Finale der Skisaison. Wer in Tracht kam, erhielt die Tageskarte für € 36,-, also zum halben Preis. Eine pfiffige Marketing-Idee, die sich zur Tradition entwickelte. Zumal alle Hütten die Gaudi mitmachen. Mit Live-Musik, Freibier und Showeinlagen.

Strahlender Sonnenschein, bester Schnee, zünftige Burschn & Madln: Es sind diese Postkarten-Bilder, die über alle Netzwerke in die Welt gehen, Lust machen auf den nächsten Winter. Nach ersten Ergebnissen, ließen sich allein am Samstag knapp 9.000 Trachtlerinnen von Zell am Ziller nach oben schaukeln.

„Skifahren ist schon längst kein Selbstläufer mehr“, sagt Sandra Grasl aus dem Marketing der Zillertal Arena. Wer nicht kreativ sei, den bestrafe der Markt. Zum Lederhos´n-Finale sei deshalb lange im Vorlauf das volle Werbeprogramm gelaufen. Mit Flyern, Plakaten, Wedelvideos, sowie Online- und Printauftritten (Agentur Northlight, Innsbruck).

Die Gemeinschaft der Zillertal Arena wurde 2003 gegründet. Es entstand ein Bestseller mit aktuell 1,46 Mio Besuchern pro Jahr, regelmäßig bewertet als eines der „Top10 Skigebieten der Welt“. Für diesen Erfolg investiert das Management pro Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag in Marketing und Infrastruktur.

Die Hauptzielgruppe der Arena sitzt in Süddeutschland und in Tirol. Aber man akquiriert auch mit regionalen Sport-Kooperationen. Die Stuttgarter Handballer kommen regelmäßig ins Trainingslager nach Zell am Ziller. Ebenso die Profifußballer von Werder Bremen. Dafür belegt das Skigebiet Werbebanden im Stadion.

Der Erfolg der Zillertal Arena ist das Ergebnis vieler strategischer Einzelaktionen. „77 Prozent unseres Skigebiets liegen auf über 1700 Metern Höhe. Das ist ein Riesenprivileg“, sagt Marketingexpertin Grasl. „Aber wir müssen immer und überall am Ball bleiben.“ So werden zum Beispiel auch die Parkplatzeinweiser auf Freundlichkeit trainiert. Damit das Wohlfühl-Abenteuer schon am Auto beginnt…
