Was gibt´s Neues in der Münchner Außenwerbung? Ein aktueller Streifzug

Frühlingserwachen mit Glatteisgefahr

München – Vom 8. bis 21. Mai ist Hamburg Mittelpunkt deutscher Kreativität. Dort kürt und zeigt der Deutsche Art Directors Club (ADC) die beste Werbung. Und es wird wieder gemotzt. Das ist Tradition beim ADC. Laienhafte Promotion, benebelte Geister, abgekupferte Ideen. Gut, dass wir da in München (fast) nix mitbekommen. Immerhin vertritt der "Ronaldo" der deutschen Kreativbranche, Alex Schill, mit Serviceplan die Münchner Agenturfarben (obwohl er in der HSV-Stadt arbeiten darf). Wir wenden uns in der Zwischenzeit der Münchner Werberealität zu, genauer den aktuellen Plakatkampagnen. Wie sind die? Ist die Werbung wirklich so unterirdisch? Antwort: eigentlich Nöö. Man muss sich halt etwas Zeit nehmen, um die plakativen Emotionsauslöser zuzulassen. Der Fotoreport:

Komische Frage, komischer Auftritt: Drei Buchstaben bringen nur in Einzelfällen Erklärungen (z.B. DFB, CSU, RTL). Aber wenn´s um Geld geht, wollen wir ganze Sätze, mindestens.
Lucky Strike holte mal in der Werbung einen Oscar nach dem anderen. Jetzt nicht mehr.
Dauerkunde Münchner Stadtwerke. Im Winter mit Sauna-, im Frühling mit Pferdeschwanz-Wasser-Motiv. Immer farbig, immer züchtig. So wie unsere Lieblingsstadt München.
Der Camel-Mann wurde in die Wüste geschickt. He had an brown Schnauzer. Jetzt makes ein anderer it not so good, sondern his thing. He has a black Vollbart. All clears, men?
Sex Sells: Der nordische Muskelmann promoted Schneider Weiße. Das ist ein Bier. Aber bei leichtem Schneefall hat der Werber Pech. Die Zielgruppe geht höchstens ins Hofbräuhaus.(HB-Bier).
2 Hasis am Beach: dynamisch (wg. Vollgas), schutzbekleidet (Sturzhelm) und artistisch in der Körperhaltung. Wir träumen von mehr und verweisen auf die Risiken des Rauchens.
Thomas Gottschalk macht für Segmüller Werbung - und zeigte sich in BILD bei Ikea! Das würde die biller-Lady (Foto) nie machen. Sie ist treu und ihr Triple-Sechs (666,-€) macht neugierig.
München ist beliebt, weil die Eingeborenen immer so lustig sprechen. Nur ganz ehrlich: "O`knipst is" gibt´s ned. Selbst unsere Hospitantin aus Moskau sagte: "So ein Kaas."
Plakative Hausbemalung an der Orleanstraße: Klar in der Botschaft, farbig im Auftritt (4c), daueraktuell. Kein Textbody, kein Schnickschnack. Auf geht´s nach Südtirol.
Ab in die Sonne: Die spanische Modemarke Desigual ist ein Bestseller, nicht nur im Jugend-Segment. Chef schickte die Redaktions-Girls deshalb zum Testkauf in den Flagship-Store (Neuhauser Str.). Aber nein, 2 wollten lieber zu Desigual in den Riem Arcaden. Immer diese Selbständigkeit...


 

 

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